Lübecks Viertklässler entdecken tödliche Gefahren im toten Winkel großer Fahrzeuge
Finn FuchsLübecks Viertklässler entdecken tödliche Gefahren im toten Winkel großer Fahrzeuge
Neue Verkehrssicherheitskampagne in Lübeck: Viertklässler lernen die Gefahren großer Fahrzeuge kennen
Unter dem Titel „Toter Winkel“ startet in Lübeck eine Aufklärungskampagne, die Grundschüler der vierten Klasse über die Risiken durch Lkw und Busse im Straßenverkehr informiert. Das Projekt setzt gezielt zu Schulbeginn nach den Sommerferien an – einer Zeit, in der junge Radfahrer einem erhöhten Unfallrisiko ausgesetzt sind.
Im Rahmen der Aktion dürfen die Kinder selbst auf dem Fahrersitz großer Fahrzeuge Platz nehmen, um die gefährlichen toten Winkel zu erleben. Sie sehen hautnah, wie schnell Radfahrer aus dem Sichtfeld verschwinden können, insbesondere beim Abbiegen nach rechts. Für die praktischen Übungen stehen unter anderem Müllfahrzeuge, Busse, Einsatzwagen und ein Lkw des Logistikunternehmens Dachser bereit.
Neben den toten Winkeln werden weitere Gefahrenquellen thematisiert, etwa vordere Achsen, weite Kurvenradien oder ausladende Heckbereiche. Besonders in Großstädten wie Köln oder Berlin kommt es immer wieder zu schweren Unfällen, wenn Radfahrer von abbiegenen Lkw erfasst werden. Die Kampagne knüpft an die in Lübeck bereits verpflichtenden Fahrradsicherheitstrainings für Viertklässler an.
Unterstützt wird die Initiative von lokalen Organisationen, darunter Round Table 104, Old Table 29 und 104, Ladies Circle 7, der Verkehrssicherheitsverein Lübeck, die Lübecker Stadtverkehr GmbH, das 3. Polizeirevier sowie die Präventionsabteilung der Polizeidirektion Lübeck. Silke Ziemann, Leiterin der Präventionsarbeit bei der Polizeidirektion, steht Medienvertretern für Vor-Ort-Berichte zur Verfügung.
Gleichzeitig appellieren die Behörden an Eltern, ihre Kinder auf neuen Schulwegen zu begleiten. Sie raten dazu, die Fahrräder auf stabile Gepäckträger und funktionierende Beleuchtung zu überprüfen. Auch Autofahrer werden aufgefordert, in den ersten Wochen nach den Ferien besonders aufmerksam im Umgang mit radelnden Schülern zu sein.
Ziel der Kampagne ist es, durch Aufklärung die Unfallzahlen zu senken – indem Kinder lernen, sich im Straßenverkehr besser sichtbar zu machen. Schulen, Polizei und Verkehrsbetriebe arbeiten Hand in Hand, um die Sicherheit zu erhöhen. Doch auch Eltern und Autofahrer sind gefragt, ihren Beitrag zu leisten.
