Verbotene Bauernproteste gegen EU-Mercosur-Abkommen eskalieren in Vorpommern
Nina WalterLandkreis verbietet Proteste - Bauern wehren sich - Verbotene Bauernproteste gegen EU-Mercosur-Abkommen eskalieren in Vorpommern
Geplante Bauernproteste gegen das EU-Mercosur-Handelsabkommen in Nordostdeutschland verboten
Im nordostdeutschen Landkreis Vorpommern-Greifswald wurden für diesen Wochenbeginn geplante Demonstrationen gegen das umstrittene EU-Mercosur-Freihandelsabkommen untersagt. Betroffen ist insbesondere eine Kundgebung am Grenzübergang Pomellen zwischen Deutschland und Polen, wo Landwirte aus beiden Ländern gemeinsam die A11 blockieren wollten. Unterdessen gaben EU-Vertreter in Brüssel am Freitagmorgen grünes Licht für das Abkommen – trotz anhaltender Kritik.
Die Proteste sollten ursprünglich vom 11. bis zum 17. Januar auf der Autobahn A11 stattfinden. Deutsche und polnische Bauern hatten die Aktion abgestimmt, um die wichtige Verkehrsachse an der Grenze lahmzulegen. Zwar war die Veranstaltung angemeldet worden, doch die örtlichen Behörden schritten ein.
Ein Sprecher des Landkreises begründete das seltene Vorgehen gegen Versammlungen mit der "unverhältnismäßigen" Art des Protests: Eine Autobahn sei kein geeigneter Ort, um die Öffentlichkeit zu erreichen. Olaf Schumann, Vorstandsmitglied des Bauernverbands Land schafft Verbindung (LsV), kritisierte die Entscheidung scharf. Er betonte, die Versammlungsfreiheit sei ein "Grundpfeiler der Demokratie" in Deutschland, und bestätigte, dass gegen das Verbot Beschwerde beim Verwaltungsgericht Rostock eingelegt wurde.
Wer genau die Klage eingereicht hat, bleibt unklar – in den öffentlichen Unterlagen wird kein Name genannt. Trotz des lokalen Streits trieb die EU-Kommission das Handelsabkommen voran und unterzeichnete es, während die Proteste der Landwirte weiter anhalten.
Obwohl die geplante Autobahnblockade damit vorerst gestoppt ist, ebbt der Widerstand gegen das EU-Mercosur-Abkommen nicht ab. Bauernverbände haben nun juristische Schritte eingeleitet, während die Ratifizierung des Vertrags voranschreitet. Die Entscheidung des Gerichts wird zeigen, ob die Proteste doch noch stattfinden können.
