10 January 2026, 00:13

Jeder Fünfte in Deutschland denkt über Auswanderung nach – doch nur wenige gehen

Eine spärliche Szene mit wenigen Menschen, einem Hund, Häusern, Zaunpfählen und einem Himmel darüber.

Einer von Fünf Denkt Über Auswanderung Nach - Jeder Fünfte in Deutschland denkt über Auswanderung nach – doch nur wenige gehen

Ein Fünftel der Menschen in Deutschland hat bereits über einen Wegzug aus dem Land nachgedacht – das zeigen aktuelle Zahlen. Bei Menschen mit Migrationshintergrund und ihren Nachkommen ist der Anteil noch höher: 37 Prozent der zweiten Generation erwägen eine Auswanderung. Doch trotz solcher Überlegungen setzt nur ein kleiner Teil die Pläne tatsächlich in die Tat um.

In den letzten Monaten ist der Trend deutlicher geworden, insbesondere vor der Bundestagswahl im Februar 2025, als die Auswanderungsabsichten um etwa zehn Prozentpunkte stiegen.

Ein Bericht aus dem Jahr 2024 verzeichnete 1,2 Millionen Menschen, die Deutschland in diesem Jahr verließen. Konkrete Auswanderungspläne bleiben jedoch selten: Nur zwei Prozent der Befragten gaben an, innerhalb der nächsten zwölf Monate umziehen zu wollen. Das Deutsche Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) bestätigte Mitte 2025 ähnliche Muster: 26 Prozent der Menschen mit Migrationshintergrund dachten über einen Wegzug nach, doch nur drei Prozent hatten feste Pläne.

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Die Bereitschaft, das Land zu verlassen, variiert je nach Herkunft. Am stärksten ist sie bei Menschen mit familiären Wurzeln in der Türkei, dem Nahen Osten und Nordafrika (39 Prozent). Es folgen Personen mit Bezug zur ehemaligen Sowjetunion (31 Prozent) und solche aus EU-Ländern (28 Prozent). Erstgenerations-Migranten und ihre Nachkommen denken häufiger über eine Auswanderung nach (34 bzw. 37 Prozent) als Menschen ohne Migrationshintergrund (17 Prozent).

Die Gründe für den Wunsch wegzuziehen sind unterschiedlich. Fast die Hälfte der Auswanderungswilligen hofft auf ein besseres Leben im Ausland. Andere nennen Diskriminierungserfahrungen als entscheidenden Faktor für ihre Überlegungen.

Öffentlich zugängliche Daten bis Anfang 2025 liefern keine detaillierten Aufschlüsselungen der Auswanderungsabsichten nach spezifischen Migrantengruppen. Dadurch lässt sich nicht genau bestimmen, welche Gemeinschaft in den letzten Jahren den größten Anstieg verzeichnete oder wann dieser am stärksten ausfiel.

Zwar denken viele Menschen in Deutschland über einen Umzug ins Ausland nach, doch die tatsächlichen Fortzüge bleiben begrenzt. Die Kluft zwischen Überlegung und Umsetzung ist groß – nur ein kleiner Prozentsatz setzt konkrete Schritte um. Vorerst bleibt die Mehrheit der Auswanderungswilligen im Land.