Teslas Gigafactory in Grünheide wächst trotz schwachem E-Auto-Markt in Deutschland
Elias HofmannTesla erwartet Produktionssteigerung im deutschen Werk - Teslas Gigafactory in Grünheide wächst trotz schwachem E-Auto-Markt in Deutschland
Teslas Gigafactory in Grünheide bei Berlin treibt trotz eines deutlichen Einbruchs des deutschen Elektroauto-Markts ihre Expansionspläne voran. Das Werk, in dem rund 11.000 Mitarbeiter beschäftigt sind, hat im Laufe des Jahres 2025 quartalsweise die Produktion stetig gesteigert und fertigt mittlerweile etwa 250.000 Fahrzeuge pro Jahr.
Die Fabrik hat bereits eine erste Teilgenehmigung erhalten, um die Produktionskapazitäten weiter auszubauen. Werksleiter André Thierig bezeichnete die Abläufe als "stabil" und betonte, dass Tesla bisher auf Entlassungen oder Produktionsstopps verzichtet habe. Für 2026 strebt das Unternehmen eine weitere Steigerung der Ausstoßzahlen an.
Im September 2025 erhielt Tesla die Genehmigung für die Erweiterung des Standorts, was den Weg für die vollständige Produktion von Batteriezellen ebnet. Ab 2027 plant das Werk, bis zu acht Gigawattstunden Zellen pro Jahr herzustellen – und damit den gesamten Batterieprozess, von der Zelle über die Module bis hin zum Fahrzeug, vor Ort zu bündeln. Dieser Schritt hängt jedoch von günstigen regulatorischen Rahmenbedingungen ab und erfordert Investitionen im hohen dreistelligen Millionenbereich.
Obwohl die Neuzulassungen von Tesla in Deutschland in den ersten elf Monaten des Jahres 2025 um fast 48 Prozent zurückgingen, beliefert das Werk in Grünheide über 30 globale Märkte und ist damit weniger von der heimischen Nachfrage abhängig. Erst kürzlich hat das Unternehmen seine Verkäufe auf Kanada ausgeweitet und bietet dort günstigere Preise für in Deutschland gefertigte Fahrzeuge an. Thierig begrüßte zwar die neuen staatlichen Förderprogramme für einkommensschwache und mittlere Käufer von Elektroautos, forderte aber eine schnellere Umsetzung.
Teslas Standort in Grünheide wächst weiter – mit Plänen für eine höhere Produktion ab 2026 und der vollständigen Batteriefertigung ab 2027. Trotz der Schwächephase auf dem deutschen E-Auto-Markt deuten die breite Exportausrichtung und die stabilen Betriebsabläufe auf eine robuste Entwicklung hin. Die nächste Phase hängt nun von behördlichen Genehmigungen und anhaltenden Investitionen ab.
