17 January 2026, 14:01

Gerhard Polt verabschiedet sich mit A scheene Leich von den Münchner Kammerspielen

Eine alte deutsche Zeitung namens 'Berliner Wespen' vom 21. Februar 1873, die ein Foto einer Gruppe von Menschen in traditioneller deutscher Kleidung zeigt.

"Ende einer Ära" - Letzte Vorstellung von Polt-Play - Gerhard Polt verabschiedet sich mit A scheene Leich von den Münchner Kammerspielen

Gerhard Polt hat sich nach 50 Jahren Zusammenarbeit vermutlich zum letzten Mal auf der Bühne der Münchner Kammerspiele verbeugt. Mit A scheene Leich, seiner letzten großen Produktion, ging der 83-Jährige nach 52 ausverkauften Vorstellungen in den verdienten Ruhestand – begleitet von donnerndem Applaus, stehenden Ovationen und einem gemeinsamen Lied von Ensemble und Publikum.

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Polts lange Verbindung zum Theater begann 1975 während einer Kabarettwoche im Werkraum. Sein Durchbruch gelang ihm drei Jahre später mit Kehraus, einer Inszenierung, die seinen Ruf als scharfsinnigen Satiriker begründete. Über die Jahrzehnte hinweg wurde sein beißender Witz zur festen Größe des Hauses.

Der letzte Abend von A scheene Leich war von großer Emotion geprägt. Polt dankte dem Theater für die jahrzehntelange Unterstützung, während Intendantin Barbara Mundel die halbhundertjährige Partnerschaft würdigte. Nach dem Fall des Vorhangs vereinten sich Darsteller und Zuschauer noch einmal im Gesang – ein berührender Abschied. Die Münchner Kammerspiele teilten später Backstage-Aufnahmen online mit dem Kommentar „Das Ende einer Ära“. Zwar sind keine neuen Theaterprojekte mit Polt und seiner Band Biermösl Blosn bestätigt, doch Mundel ließ offen, dass künftige Kooperationen nicht ausgeschlossen seien. Sein nächster bestätigter Auftritt ist ein gemeinsames Programm mit Josef Hader in Münchens Lach- und Schießgesellschaft Ende Januar 2026.

Mit der letzten Vorstellung von A scheene Leich schließt sich ein prägendes Kapitel für die Münchner Kammerspiele und Polt. Sein Werk hat das Theater nachhaltig geprägt, doch seine kommenden Auftritte zeigen: Seine Karriere geht über diese Bühne hinaus. Die ausverkauften Häuser und der bewegende Abschied unterstreichen den Einfluss, den er in fünf Jahrzehnten auf der Bühne hinterlassen hat.