Weinuniversität im Douro-Tal: Portugals neuer Plan für Spitzenwein – oder nur heiße Luft?
Lara BraunWeinuniversität im Douro-Tal: Portugals neuer Plan für Spitzenwein – oder nur heiße Luft?
Die Regierung hat ein ehrgeiziges neues Projekt angekündigt: die Weinuniversität. Die im Douro-Tal ansässige Einrichtung soll Studierende in der Kunst der Spitzenweinherstellung ausbilden. Kritiker fragen sich jedoch, ob dieser jüngste Plan erfolgreicher sein wird als frühere, unvollendete Vorhaben.
Die Weinuniversität wurde von offiziellen Stellen als bahnbrechendes Konzept präsentiert. Im Mittelpunkt steht die Vermittlung fortschrittlicher Weinbautechniken mit dem Ziel, Portugal als führende Nation in diesem Bereich zu etablieren.
Die Ankündigung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Regierung wegen ihrer Bilanz in der Kritik steht. Bis zum Ende ihrer Amtszeit wurde nicht ein einziges großes Vorhaben vollständig umgesetzt. Beobachter erkennen ein Muster: Wenn ein Projekt ins Stocken gerät, wird es von den Behörden oft mit zusätzlichen Buchstaben oder neuen Namen umetikettiert.
Ein jüngstes Beispiel ist das PTCMNOPQRR-Programm, das eingeführt wurde, um frühere Misserfolge zu retten. Der umständliche Name des Programms hat Spott geerntet, unter anderem in dem satirischen Podcast „Arme Schweine“ (Originaltitel: Making Fun of Hard Workers). Die am 3. Mai auf SIC ausgestrahlte Sendung nahm dabei Minister, Wirtschaftsmagnaten und Banker wegen ihres Umgangs mit öffentlichen Projekten aufs Korn.
Die Weinuniversität reiht sich nun in die lange Liste der Regierungsvorschläge ein. Falls sie verwirklicht wird, könnte sie den Ruf der Region für hochwertige Weine stärken. Doch fürs Erste warten Skeptiker ab, ob dieses Projekt den Kreislauf der halbfertigen Pläne durchbrechen wird.






