03 May 2026, 10:04

Ulrike Nasse-Meyfarth fordert Gerechtigkeit für DDR-Sportler und ihre verkannten Erfolge

Außenansicht des Deutschen Sport & Olympiamuseums in Berlin, das ein Gebäude mit Fenstern und einer Tür zeigt, umgeben von Bäumen und Bannern, unter einem bewölkten Himmel.

Ulrike Nasse-Meyfarth fordert Gerechtigkeit für DDR-Sportler und ihre verkannten Erfolge

Ulrike Nasse-Meyfarth, zweifache Olympische Goldmedaillengewinnerin für die Bundesrepublik Deutschland, hat sich gegen die ungerechte Behandlung von DDR-Sportlern ausgesprochen. Sie kritisiert, dass deren Erfolge durch negative Klischees in den Hintergrund gedrängt wurden, während die eigenen Dopingprobleme Westdeutschlands ignoriert würden.

Nasse-Meyfarth bemängelt die einseitige Darstellung der DDR-Sportgeschichte, die ihrer Meinung nach auf Dopingskandale und Stasi-Verbindungen reduziert werde, ohne die Leistungen der Olympischen Sieger angemessen zu würdigen. Diese Erzählung untergrabe die harte Arbeit der Athleten, die unter dem DDR-System trainiert hätten.

Zudem verurteilte die ehemalige Hochspringerin den mangelnden Respekt, den Westdeutsche ihren ostdeutschen Kollegen entgegenbrächten. Es sei empörend, dass erfolgreiche DDR-Sportler im kollektiven Sportgedächtnis Deutschlands kaum Beachtung fänden. Stattdessen hätten sich westdeutsche Sportfunktionäre ausschließlich auf ihr eigenes Erbe konzentriert.

Ihre Kritik erstreckt sich auch auf die Zeit nach der Wiedervereinigung. Nasse-Meyfarth ist überzeugt, dass der sportliche Niedergang Deutschlands hätte vermieden werden können, wenn das Land das DDR-Talentfördersystem übernommen hätte. Sie wirft dem westdeutschen Sportestablishment Arroganz vor, dessen Effektivität ignoriert zu haben.

Darüber hinaus weist sie auf eine Doppelmoral in der Dopingdebatte hin: Während die staatlich organisierten Programme der DDR allgemein verurteilt würden, hätten auch westdeutsche Athleten leistungssteigernde Mittel genutzt – doch dies werde kaum thematisiert.

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Nasse-Meyfarths Kritik unterstreicht eine langjährige Spaltung in der Erinnerung an die deutsche Sportgeschichte. Sie besteht darauf, dass DDR-Sportler für ihre Leistungen Anerkennung verdienten, anstatt allein über Dopingvorwürfe definiert zu werden. Ihre Äußerungen stellen zudem die Annahme infrage, dass der westdeutsche Ansatz im Sport von vornherein überlegen gewesen sei.

Quelle