10 May 2026, 16:04

Pflegereform droht mit höheren Eigenanteilen für Heimbewohner und belastet Familien

Alte Frau im Krankenhausbett liegend mit gefalteten H"anden, geschlossenen Augen und Kopf auf den H"anden ruhend, umgeben von Menschen im Hintergrund.

Pflegereform droht mit höheren Eigenanteilen für Heimbewohner und belastet Familien

Geplante Reform der Pflegeversicherung sorgt für Sorge vor steigenden Kosten

Die geplante Reform des deutschen Pflegeversicherungssystems hat Befürchtungen ausgelöst, dass die Kosten für Pflegebedürftige weiter steigen könnten. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) wird Mitte Mai einen Entwurf vorlegen, doch Kritiker warnen, dass die Änderungen die finanzielle Belastung für Familien und Pflegekräfte erhöhen könnten. Caritas-Präsidentin Eva Maria Welskop-Deffaa forderte die Regierung auf, zusätzliche Eigenanteile für Heimbewohner zu vermeiden.

Ein zentraler Vorschlag sieht vor, die Frist zu verlängern, nach der sich die Eigenbeteiligung verringert. Statt wie bisher nach zwölf Monaten müssten Heimbewohner künftig 18 Monate lang den vollen Eigenanteil zahlen, bevor sie Entlastung erhalten. Welskop-Deffaa argumentierte, dass diese Verzögerung zwar kurzfristig Kosten spare, aber das Prinzip der schrittweisen Unterstützung untergrabe.

Sie warnte zudem, dass die Neuregelung Menschen dazu verleiten könnte, vor dem Einzug ins Pflegeheim Vermögen an Angehörige zu übertragen. Dadurch stünden ihnen später weniger Mittel zur Verfügung, wenn sie am dringendsten Unterstützung bräuchten. Welskop-Deffaa betonte, dass Angehörige bereits eine unverzichtbare Rolle in der Pflege spielten und mehr Anerkennung sowie Unterstützung verdienten.

Die Caritas-Präsidentin verwies auf die Bedeutung der Generationensolidarität im System und forderte eine gerechtere Berücksichtigung der Beiträge der verschiedenen Altersgruppen. Sie bestand darauf, dass die Reform die beitragsfreie Familienmitversicherung, gestaffelte Beitragssätze und die Rentenabsicherung für Pflegepersonen nicht antasten dürfe. Der Erhalt der Bindung der Versicherten an das solidarische System müsse Priorität bleiben, so Welskop-Deffaa.

Warken hat die endgültigen Details noch nicht bestätigt, signalisierte jedoch, dass die Reform Kosteneinsparungen mit der Unterstützung Bedürftiger in Einklang bringen solle. Der Reformentwurf wird Mitte Mai vorgestellt; anschließend wird über die finanziellen Auswirkungen auf Pflegebedürftige und ihre Angehörigen diskutiert. Falls die Änderungen beschlossen werden, würde die Kostenentlastung für Heimbewohner verzögert, während bestimmte Schutzmechanismen für Pflegekräfte erhalten blieben. Die endgültige Entscheidung der Regierung wird zeigen, ob das System langfristig finanzierbar bleibt, ohne die Last weiter auf Einzelne abzuwälzen.

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