04 May 2026, 02:05

Klimaforscher Edenhofer zerpflückt Deutschlands ineffiziente Solar- und Energiepolitik

Tortendiagramm, das den globalen erneuerbaren Energieverbrauch im Jahr 2008 zeigt, unterteilt in Abschnitte für fossile Brennstoffe, Kernenergie, Wasserkraft, Heißwasserheizung, Biomasse, Solarenergie, Geothermie und Biokraftstoffe.

Klimaforscher Edenhofer zerpflückt Deutschlands ineffiziente Solar- und Energiepolitik

Ottmar Edenhofer, Chefökonom des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), hat die aktuelle deutsche Politik im Bereich erneuerbare Energien scharf kritisiert. Er argumentiert, dass feste Subventionen für Dach-Solaranlagen Ineffizienzen schaffen und keine wirksame Klimapolitik unterstützen.

Seine Äußerungen bezogen sich auch auf die allgemeine Energiestrategie, darunter Gaskraftwerke und die Debatte über eine mögliche Rückkehr zur Kernenergie. Edenhofer wies einen Vorschlag von Jens Spahn zurück, wonach Deutschlands stillgelegte Atomkraftwerke reaktiviert werden sollten. Er bezeichnete die Idee als „wirtschaftlich unsinnig“, betonte jedoch, dass er Kernkraft nicht grundsätzlich ablehne. Stattdessen hinterfragte er die hohen Kosten und praktischen Herausforderungen, die mit der Wiederinbetriebnahme alter Reaktoren oder dem Neubau von Kernkraftwerken verbunden wären.

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Anschließend widmete er sich der Solarenergie-Förderung. Nach den aktuellen Regelungen erhalten private Betreiber von Solaranlagen eine feste, subventionierte Vergütung für jede ins Netz eingespeiste Kilowattstunde. Edenhofer kritisierte, dass dieses System ineffizientes Verhalten begünstige: Haushalte speisten oft dann Strom ein, wenn das Angebot bereits hoch sei, und bezögen bei Spitzenlasten wieder Strom aus dem Netz. Als Lösung schlug er vor, die Einspeisevergütung an die Großhandelspreise für Strom zu koppeln – dies würde den Einsatz von Heimspeichersystemen attraktiver machen.

Edenhofer sprach sich zudem für großflächige Solaranlagen statt privater Dachanlagen aus, da diese kostengünstiger seien und besser zur Erreichung der Klimaziele beitrügen. Gleichzeitig unterstützte er Pläne für neue Gaskraftwerke und positionierte sich damit in Übereinstimmung mit Wirtschaftsministerin Katherina Reiche. Seiner Ansicht nach bietet die Kombination aus ausgebauten erneuerbaren Energien und flexiblen Gaskapazitäten den realistischsten Weg nach vorn.

Kern seiner Kritik waren sogenannte „perverse Anreize“ in der Klimapolitik. Pauschale Subventionen für die Erzeugung erneuerbarer Energien – unabhängig vom Zeitpunkt – trügen kaum dazu bei, Emissionen effizient zu reduzieren, warnte er.

Edenhofers Vorschläge zielen darauf ab, die Energiepolitik stärker an Marktsignalen und großtechnischen Lösungen auszurichten. Zu seinen Empfehlungen gehören eine Reform der Solarförderung, die Priorisierung von Großprojekten sowie der Einsatz von Gaskraftwerken als Übergangslösung. Das Ziel: Klimaschutz soll wirksamer und gleichzeitig wirtschaftlich sinnvoll gestaltet werden.

Quelle