26 December 2025, 00:06

Daniel Küblböcks tragisches Erbe: Vom Topmodel-Außenseiter zur queeren Ikone

Screenshot einer Facebook-Seite mit sechs Profilfotos von Männern und Frauen oben und Textinhalt links

Sieben Jahre nach seinem Tod: ARD-Doku erzählt die Lebensgeschichte des 'DSDS'-Stars - Daniel Küblböcks tragisches Erbe: Vom Topmodel-Außenseiter zur queeren Ikone

Daniel Küblböck, bekannt als Lana Kaiser, war eine polarisierende Figur der deutschen Popkultur. Nach seinem Aufstieg durch Germany’s Next Topmodel sah er sich massiver öffentlicher Ablehnung ausgesetzt, bevor er 2018 während einer Kreuzfahrt spurlos verschwand. Sein Tod wurde erst Jahre später bestätigt – zurück blieb ein widersprüchliches Erbe als queere Ikone.

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Erstmals auf sich aufmerksam machte Küblböck 2009 als Teilnehmer von Germany’s Next Topmodel. Die Reaktionen des Publikums waren gnadenlos: Er wurde auf der Bühne ausgebuht, erhielt Todesdrohungen. Medien bezeichneten ihn als "schlichtweg seltsam" und spekulierten über eine Persönlichkeitsstörung – was die Feindseligkeit weiter schürte. Überfordert zog er sich zunächst aus der Öffentlichkeit zurück, kehrte später jedoch mit einem maskulineren Erscheinungsbild zurück, eine Veränderung, die seine enge Freundin Olivia Jones später auf seinen Kampf um Akzeptanz zurückführte.

Vor seinem Verschwinden hatte Küblböck sich Freunden, Familie und Fans gegenüber als transgeschlechtlich geoutet und den Namen Lana Kaiser angenommen. Nahestehende wie die Dragperformerin Olivia Jones sind überzeugt, dass er heute als Fürsprecher der queeren Community hätte strahlen können. Auch Lucy Diakovska, eine weitere Freundin, teilte diese Einschätzung und vermutete, Küblböck hätte in einer offeneren Zeit die Unterstützung gefunden, die er brauchte. Am 9. September 2018 verschwand er während einer Kreuzfahrt vor Neufundland. Passagiere mutmaßten zunächst, er könnte sich in den Kabinen verstecken – doch jede Spur fehlte. Sein Tod wurde offiziell am 22. Februar 2021 festgestellt, viele Fragen blieben unbeantwortet. Olivia Jones gab später zu, sich Vorwürfe zu machen, nicht früher in seine Kämpfe eingegriffen zu haben.

Trotz der Tragödie sehen manche in Küblböcks Leben eine Ermächtigungsgeschichte. Ricardo Simonetti beschrieb es als eine Erzählung von Widerstandskraft für die queere Community, die bis heute nachwirkt. Eine Dokumentation über sein Leben, produziert von Daniel A. Weber und Stefan Wulff, vertieft dieses Erbe – mit Beiträgen des Kameramanns Jakob Schilling, des Editors Jan Rusch und des Komponisten Johannes L. Walter.

Küblböcks Weg – vom Reality-TV-Teilnehmer zur transgeschlechtlichen Aktivistin – bleibt ein prägendes Kapitel der deutschen Queer-Geschichte. Sein Tod hinterließ eine Lücke, doch seine Geschichte regt weiterhin Debatten über Akzeptanz und den Preis öffentlicher Bloßstellung an. Die Dokumentation und die Würdigungen von Freunden sorgen dafür, dass sein Einfluss fortbesteht.