Bundesärztekammer fordert striktes Verbot von Privatfeuerwerk an Silvester
Lara BraunÄrztepräsident Reinhardt fordert Feuerwerksverbot zum Schutz der Bevölkerung - Bundesärztekammer fordert striktes Verbot von Privatfeuerwerk an Silvester
Präsident der Bundesärztekammer fordert vollständiges Verbot von Privatfeuerwerk an Silvester
Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, hat sich für ein generelles Verbot von privat gezündetem Feuerwerk in der kommenden Silvesternacht ausgesprochen. Er warnt, dass unkontrollierte Böllerei schwere Verletzungen und tiefe psychische Belastungen verursacht – insbesondere für Kriegsflüchtlinge in Deutschland. Sein Appell erfolgt vor den anstehenden Beratungen mit Bund und Ländern im Vorfeld der Feierlichkeiten 2025/2026.
Jährlich führen Feuerwerkskörper zu schweren Verbrennungen, Augenverletzungen und Hörschäden. Besonders Kinder und Jugendliche erleiden durch laute Explosionen oft akustische Traumata. In den Notaufnahmen steigt die Zahl der Fälle deutlich an, was das Gesundheitssystem zusätzlich belastet und Kosten verursacht.
Reinhardt verweist auf ein weiteres drängendes Problem: Flüchtlinge aus der Ukraine und Syrien, die Bombenangriffe und Beschuss erlebt haben, durchleben durch das Feuerwerk häufig ihre Traumata erneut. Für sie kann der Lärm erschreckend wirken – im Extremfall sogar lebensbedrohlich. Er hält es für pietätlos, mit Privatfeuerwerk zu feiern, während über eine Million Kriegsflüchtlinge in Deutschland leben. Die Gefahren beschränken sich jedoch nicht auf Unfälle. Immer wieder werden Feuerwerkskörper als Waffen gegen Polizei, Feuerwehrleute und Rettungskräfte eingesetzt.
Reinhardt pocht darauf, dass nur kontrollierte, öffentliche Feuerwerke an sicheren Orten erlaubt sein sollten. Er hat Bundesinnenminister Alexander Dobrindt sowie die zuständigen Landesminister direkt aufgefordert, ein bundesweites Verbot für Privatfeuerwerk durchzusetzen. Im Gespräch mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) betonte Reinhardt, dass der leichtsinnige Umgang mit Feuerwerk ein Ende haben müsse. Er fordert strengere Regelungen, um die Bevölkerung zu schützen, Verletzungen zu reduzieren und weitere Schäden für besonders gefährdete Gruppen zu verhindern.
Sein Vorschlag sieht vor, das private Feuerwerk durch organisierte öffentliche Veranstaltungen zu ersetzen. Damit sollen die Verletzungszahlen sinken, die Belastung für Rettungskräfte verringert und Flüchtlingen unnötiger Stress erspart bleiben. Die endgültige Entscheidung liegt nun bei Bund und Ländern – noch vor dem nächsten Silvesterfest.
