Wie ein Gemälde die legendäre Schwabinger 7 vor dem Vergessen bewahrt
Ein Stück von Münchens legendärer Vergangenheit wurde als Kunstwerk bewahrt. Die Schwabinger 7, einst die berühmteste Bar der Stadt, mag verschwunden sein – doch ihre Erinnerung lebt weiter in einem Mixed-Media-Gemälde des Künstlers Rupert Dorrer. Das Werk mit dem Titel Schwabinger 7 hängt nun in der Galerie in Bruckmühl und erinnert an den unkonventionellen Geist der Bar.
Die Schwabinger 7 war in den späten 1960er-Jahren ein Treffpunkt für Künstler und Revolutionäre im Münchner Stadtteil Schwabing. Berühmt für ihre wilde Atmosphäre, stand die Bar in der Feilitzschstraße 7, bevor sie abgerissen wurde. Später beherbergte das Gebäude jahrzehntelang Büromarkt Hansen, doch nun zieht dort im Rahmen eines von CITYJUNG Real Estate begleiteten Umstrukturierungsprojekts eine Filiale der Burgerkette Burgermeister ein.
Bevor die Bar abgerissen wurde, fotografierte Dorrer ihre ikonische Wand und rekonstruierte sie in Schichten aus Farbe auf Holz. Das fertige Werk misst 140 cm in der Breite und 72 cm in der Höhe und fängt die Essenz einer verlorenen Epoche ein. Ursprünglich versteigert, landete das Kunstwerk schließlich bei Denn's Biomarkt, der heute an der ehemaligen Stelle der Bar zu finden ist.
Das Gemälde steht in scharfem Kontrast zum lebhaften Stammtisch im Grünen Eck in der Schwabinger Marktstraße, wo sich Dorrer und der ehemalige Wirt der Bar, Gerd "Manila" Waldhauser, noch immer treffen. Das Kunstwerk wurde als Dauerleihgabe für die Galerie in Bruckmühl gesichert und wird am kommenden Montag offiziell vom Bürgermeister enthüllt.
Das Gemälde Schwabinger 7 bleibt eine greifbare Verbindung zu Münchens rebellischer Vergangenheit. Zwar ist die ursprüngliche Bar verschwunden und der Standort bereitet sich nun auf eine Burgerkette vor – doch das Kunstwerk sorgt dafür, dass ihr Erbe weiterlebt. Nach der offiziellen Enthüllung können Besucher der Bruckmühl-Galerie das Werk selbst bewundern.