16 March 2026, 08:05

Deutsche Bahn 2025: Mehr Entschädigungsanträge trotz weniger Großstörungen

Ein Plakat mit einem Zug auf Schienen und einigen Menschen in der Nähe, der Text lautet "Das amerikanische Arbeitsplatzprogramm wird den erschwinglichen öffentlichen Verkehr ausbauen."

So viel Entschädigung zahlte die Bahn an Fahrgäste im Jahr 2025 - Deutsche Bahn 2025: Mehr Entschädigungsanträge trotz weniger Großstörungen

Die Deutsche Bahn stand 2025 vor einem weiteren schwierigen Jahr: Pünktlichkeitsprobleme führten zu einem deutlichen Anstieg der Entschädigungsanträge von Fahrgästen. Obwohl es weniger große Störungen wie Streiks gab, blieben Verspätungen weit verbreitet – Millionen Reisende beantragten Erstattungen für verspätete oder ausgefallene Züge.

Im Februar erreichten nur 59,4 Prozent der Fernzüge ihr Ziel pünktlich, während 40 Prozent mindestens sechs Minuten Verspätung hatten. Nach den eigenen Kriterien der Bahn, die Fahrten mit maximal 15 Minuten Verspätung als "pünktlich" wertet, lag die Pünktlichkeitsquote im Fernverkehr bei lediglich 65,3 Prozent.

Laut geltenden Regelungen erhalten Fahrgäste bei einer Verspätung von mindestens 60 Minuten auf einer einfachen Fahrt 25 Prozent des Ticketpreises zurück. Bei mehr als zwei Stunden Verspätung steigt die Erstattung auf 50 Prozent. Diese Bestimmungen trugen 2025 zu einem Anstieg der Anträge bei: Rund 6,2 Millionen wurden eingereicht.

Der Großteil der Ansprüche – 76 Prozent – wurde digital gestellt, und die Hälfte davon innerhalb von zwei Tagen bearbeitet. Trotz der hohen Fallzahlen zahlte die Bahn mit 156 Millionen Euro weniger Entschädigungen aus als im Vorjahr (2024: 197 Millionen Euro). Michael Peterson, Vorstandsmitglied für den Fernverkehr, führte den Rückgang auf weniger großflächige Störungen wie Streiks zurück.

Exakte Zahlen, wie viele Fahrgäste 2025 tatsächlich eine Entschädigung erhielten, liegen nicht vor. Berichte verweisen jedoch auf anhaltende Verspätungen, etwa nach der Entgleisung eines Güterzugs in Niedersachsen, die Strecken wie die Elze-Linie lahmlegte.

Der Rückgang der Auszahlungen steht im Kontrast zur steigenden Anzahl der Anträge und spiegelt die anhaltenden Pünktlichkeitsprobleme wider. Zwar beschleunigt die digitale Abwicklung die Erstattungen, doch Verspätungen beeinträchtigen weiterhin Millionen Fahrten pro Jahr. Die Bemühungen des Unternehmens um zuverlässigere Verbindungen bleiben unter kritischer Beobachtung – die Fahrgäste fordern bessere Leistungen.

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