16 March 2026, 10:05

Pendlerströme in Sachsen-Anhalt gehen 2025 erstmals leicht zurück – was steckt dahinter?

Ein altes Kartenbild von Preußen und Sachsen, das ihre Grenzen zeigt, auf Papier gedruckt.

Anzahl der Pendler in Sachsen-Anhalt leicht gesunken - Pendlerströme in Sachsen-Anhalt gehen 2025 erstmals leicht zurück – was steckt dahinter?

Rund ein Fünftel der Erwerbstätigen in Sachsen-Anhalt pendelt mittlerweile über die Landesgrenzen hinweg zur Arbeit. Aktuelle Zahlen vom Juni 2025 zeigen einen leichten Rückgang sowohl bei den ausgehenden als auch bei den eingehenden Pendlerströmen – ein Zeichen für tiefgreifende wirtschaftliche Veränderungen in der Region. Die meisten, die das Bundesland verlassen, arbeiten in qualifizierten Berufen im verarbeitenden Gewerbe, im Einzelhandel, im Transportsektor oder im Baugewerbe.

Im Juni 2025 reisten etwa 148.000 Einwohner Sachsen-Anhalts in andere Bundesländer zur Arbeit – rund 600 weniger als im Vorjahr. Beliebte Ziele waren dabei die Nachbarländer Sachsen, Niedersachsen und Thüringen. Gleichzeitig ging auch die Zahl der Pendler, die nach Sachsen-Anhalt kommen, zurück: Rund 75.700 Beschäftigte aus anderen Bundesländern arbeiteten dort, die meisten davon aus Sachsen, Niedersachsen, Thüringen und Brandenburg. Etwa 5.400 kamen aus dem Ausland.

Der Rückgang des grenzüberschreitenden Pendelns fällt mit langjährigen wirtschaftlichen Herausforderungen zusammen. Traditionelle Industrien wie der Kohlebergbau und die Chemiebranche stagnieren, während die Lohnunterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland weiterhin bestehen. Trotz EU-Fördergeldern zur Verringerung dieser Disparitäten suchen viele Fachkräfte weiterhin besser bezahlte Stellen in Logistik, Produktion und Dienstleistungen außerhalb Sachsen-Anhalts.

Die jüngsten Zahlen unterstreichen einen allmählichen, aber stetigen Rückgang der Pendlerbewegungen über die Landesgrenzen. Mit weniger Ein- und Auspendlern deutet der Trend auf anhaltende strukturelle Veränderungen im regionalen Arbeitsmarkt hin. Die Lohnkluft und der industrielle Niedergang bleiben zentrale Faktoren dafür, wo Erwerbstätige ihren Lebensunterhalt verdienen.

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