U7-Verlängerung in Berlin: SPD und Grüne liefern sich erbitterten Nahverkehrsstreit
Elias HofmannU7-Verlängerung in Berlin: SPD und Grüne liefern sich erbitterten Nahverkehrsstreit
Streit um Berlins Nahverkehrspläne entzündet sich zwischen politischen Spitzenkräften
Der SPD-Fraktionsvorsitzende Raed Saleh hat den Vorschlag von Verkehrssenatorin Ute Bonde (Grüne) scharf zurückgewiesen und ihn als ungerecht für die Spandauer Bevölkerung bezeichnet. Im Mittelpunkt des Konflikts steht die Frage, ob die U-Bahn-Linie U7 verlängert werden soll – eine Entscheidung, die sich zunehmend zu einem zentralen Wahlkampfthema entwickelt.
Auslöser der Auseinandersetzung war die Veröffentlichung des Nahverkehrsplans, der von einer Verlängerung der U7 über den Bahnhof Spandau Rathaus hinaus abrät. Eine Kosten-Nutzen-Analyse führte überhöhte Ausgaben als Hauptgrund für die Ablehnung des Projekts an. Saleh kritisierte die Entscheidung als unsozial und warnte, dass vor allem benachteiligte Bevölkerungsgruppen in Spandau darunter leiden würden.
Verkehrssenatorin Ute Bonde verteidigte die Pläne und betonte, dass noch keine endgültige Entscheidung gefallen sei. Zwar räumte sie die finanziellen Herausforderungen beim U-Bahn-Bau ein, bestehe aber auf weitere Untersuchungen, bevor eine Verlängerung ausgeschlossen werde. Unterdessen positionierte sich der regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) gegen Bonde und ließ die Tür für eine mögliche U7-Erweiterung offen.
Saleh informierte Wegner offiziell über die Ablehnung des aktuellen Vorschlags durch seine Fraktion und machte deutlich, dass die SPD das Vorhaben in seiner jetzigen Form nicht unterstützen werde. Der Streit vertieft die Spannungen innerhalb der Regierungskoalition, während beide Seiten das Thema zunehmend als zentralen Wahlkampfpunkt nutzen.
Die Debatte um die U7-Verlängerung bleibt vorerst ungelöst – und die Spandauer Bevölkerung gerät zwischen die Fronten. Während Wegner zusätzliche Prüfungen fordert, setzt Bonde auf eine zurückhaltende Herangehensweise, und Salehs klare Absage deutet auf eine politische Konfrontation hin. Das Ergebnis könnte nicht nur die Verkehrspolitik, sondern auch die Stimmung der Wählerinnen und Wähler im bevorstehenden Wahlkampf prägen.






