Thüringer Imker hoffen nach mildem Winter auf bessere Honigernte 2024
Nina WalterKalter Winter hilft Thüringens Bienen - Sorgen bleiben - Thüringer Imker hoffen nach mildem Winter auf bessere Honigernte 2024
Imker in Thüringen blicken nach mildem Winter vorsichtig optimistisch in die Zukunft
Rund 3.000 Hobbyimker sind beim örtlichen Verband registriert, doch die Dunkelfeldzahl dürfte deutlich höher liegen. Trotz anhaltender Herausforderungen bringt der frühe Frühling in diesem Jahr sowohl Chancen als auch Risiken für die Bienenvölker in der Region mit sich.
Der vergangene Winter verlief für die Mitglieder des Thüringer Imkerverbandes ohne größere Verluste bei den Bienenvölkern – eine willkommene Atempause nach Jahren des Rückgangs in der professionellen Imkerei bundesweit. Zwischen 2021 und 2026 sank die Zahl der hauptberuflichen Imker in Deutschland von etwa 4.500 auf 3.800. Hohe Arbeitsbelastung, geringe Gewinne, Pestizidbelastung, Klimaveränderungen und die Konkurrenz durch Hobbyimker machen den Beruf zunehmend unattraktiv. In Thüringen selbst arbeiten nur noch 10 bis 15 Imker in Vollzeit – zusätzlich unter Druck durch billigen Import-Honig.
Der frühe Frühlingsbeginn ist für die Bienen ein zweischneidiges Schwert. Die blühenden Palmkätzchen liefern wertvollen Pollen für die junge Brut und fördern so das Wachstum der Völker. Doch die schnelle Entwicklung macht sie anfälliger für Spätfröste, die ganze Stöcke vernichten können. Gleichzeitig bleiben Varroa-Milben eine ständige Bedrohung: Sie schwächen die Brut und verbreiten Krankheiten. In Zuchtprogrammen werden derzeit bienenfreundlichere Honigbienen entwickelt, die widerstandsfähiger gegen die Parasiten sind.
Die Imker in der Region – meist Hobbyhalter – bereiten sich auf die kommende Saison vor. Ihre Zuversicht ist jedoch gedämpft durch die Notwendigkeit, Wetterentwicklungen und Milbenbefall genau zu beobachten. Ob der frühe Reichtum der Natur oder ihre potenziellen Gefahren überwiegen, wird die Honigernte dieses Jahres entscheidend prägen.
Für Thüringens Imker steht ein Jahr des behutsamen Managements an, nach einem stabilen Winter. Mit immer weniger Berufsimkern kommt den Hobbyhaltern eine größere Rolle bei der Pflege der Völker zu. Der Erfolg hängt davon ab, Schädlinge einzudämmen, sich auf unberechenbares Wetter einzustellen und die Bienenvölker über die Herausforderungen des frühen Frühlings hinweg zu bringen.