
Sultanen Shop in Kiel: Wo Gaarden nach Heimat und Gewürzen duftet
Sultanen Shop liegt in der Hopfenstraße im Kieler Stadtteil Gaarden – eingeklemmt zwischen dem üblichen Stadtlärm und der Art von Laden, an dem man einfach vorbeigeht, wenn man nicht gezielt danach sucht. Täglich von 8 bis 20 Uhr geöffnet (sonntags geschlossen), hat er sich zu einem Treffpunkt entwickelt, an dem vor allem Kieler mit internationalem Hintergrund halales Fleisch kaufen, Gewürze, die tatsächlich nach etwas schmecken, oder einfach ein Stück Heimat finden.
Drinnen ist es halb Supermarkt, halb sinnliche Überflutung. Die eine Seite wirkt wie jeder andere Laden: aufgeräumte Regale, funktionale Beleuchtung. Die andere Seite trifft einen mit Farben – Säcke voller Getreide, Gläser mit eingelegtem Gemüse, frisches Obst und Gemüse, das nicht aussieht, als läge es schon seit Wochen herum. Nahe der Theke vermischt sich der Duft von warmem Fladenbrot mit dem, was gerade in der Vitrine liegt: Käse, Oliven, vielleicht gefüllte Weinblätter oder Lammteigtaschen, wenn man zur richtigen Zeit kommt.
Hinten befindet sich die Fleischerei mit halalen Schnitte – mariniertes Hähnchen, ganze Lammkeulen, die üblichen Sorten. Das meiste stammt aus dem Nahen Osten oder dem Mittelmeerraum, doch es gibt auch nordafrikanische und südasiatische Produkte: Basmatireis in Großpackungen, Kokosmilch, Linsen nach Kilogramm. Und natürlich, direkt an der Kasse, frische Kräuter in Bündeln. Minze, Dill – kleine Dinge, die den Unterschied machen, wenn man versuchen will, etwas zu kochen, das nach Mutters Küche schmeckt.
Der Name lässt an Trockenfrüchte denken, und ja, vorne stehen tatsächlich Behälter mit Datteln und Feigen. Doch es ist mehr als nur ein Lebensmittelladen. Stammkunden kommen herein, plaudern auf Arabisch oder Türkisch, während sie ihre Wocheneinkäufe erledigen. Die Mitarbeiter – meist damit beschäftigt, Regale aufzufüllen oder für jemanden ein exotisches Gewürz herauszusuchen – kennen die Hälfte der Kunden beim Namen.
Die Adresse lautet Hopfenstraße 60, nur ein kurzer Fußmarsch vom Kieler Hauptbahnhof entfernt, falls man mit der Bahn anreist. Parken ist eine Qual, aber mit ein oder zwei Runden findet man meist doch einen Platz. Eine Website gibt es nicht, doch bei spezifischen Wünschen kann man anrufen.
Kein schickes Design, keine Instagram-tauglichen Momente – einfach ein solider Markt, der in Kiel eine Lücke füllt. Braucht man Sumach? Türkischen Tee? Oder hat man einfach genug von den immer gleichen Supermarktangeboten? Ein Besuch lohnt sich. Und mit etwas Glück verrät einem vielleicht sogar ein Mitarbeiter, was man mit dem seltsamen Gewürz anfangen soll, das man gerade spontan mitgenommen hat.

