Spritpreissenkung in Deutschland: Wer profitierte wirklich von der Steuerentlastung?
Lara BraunSpritpreissenkung in Deutschland: Wer profitierte wirklich von der Steuerentlastung?
Eine aktuelle Studie hat untersucht, inwieweit die Kraftstoffpreissenkung in Deutschland an die Autofahrer weitergegeben wurde. Die Ergebnisse zeigen, dass die Ersparnisse bei Premiumkraftstoffen weitgehend der Steuerentlastung entsprachen. Allerdings kamen nicht alle Rabatte wie erwartet bei den Verbrauchern an.
Das ifo Institut verglich die deutschen Spritpreise mit denen in Frankreich, um die Wirkung des Nachlasses zu bewerten. Dabei stellte es fest, dass die Steuerermäßigung für Superbenzin fast vollständig an die Kraftfahrer weitergereicht wurde. Bei Super E5 und Super E10 lagen die Ersparnisse bei 17 bzw. 16 Cent pro Liter – fast deckungsgleich mit der Steuerreduzierung.
Auch die Monopolkommission prüfte die Auswirkungen des Rabatts, gelangte jedoch zu anderen Schlussfolgerungen. In ihrem Bericht hieß es, dass die Weitergabequoten zwischen Diesel und Benzin variierten. Ein Teil der Ersparnisse bei Diesel verblieb bei den Mineralölkonzernen und kam nicht den Fahrern zugute.
Die ifo-Ergebnisse widersprechen damit den Angaben des Mineralölwirtschaftsverbands (MWV), der behauptet hatte, der gesamte Nachlass sei an die Verbraucher weitergegeben worden. Die Unterschiede könnten auf verschiedene Methoden zur Messung der Rabattwirkung zurückzuführen sein. Die Gesamtkosten der Kraftstoffsubvention für den Staat beliefen sich auf 1,6 Milliarden Euro.
Die Spritpreissenkung läuft Anfang Juli aus, und es wird mit wieder steigenden Preisen gerechnet. Dennoch gilt die Abschaffung der Maßnahme als richtiger Schritt. Die Studien zeigen, dass nicht alle Ersparnisse bei den Verbrauchern ankamen, sondern teilweise bei den Kraftstoffanbietern verblieben.

