Softwarekonzern kämpft mit Aktiensturz und wachsender Kundenfluktuation nach problematischer Übernahme
Lara BraunSoftwarekonzern kämpft mit Aktiensturz und wachsender Kundenfluktuation nach problematischer Übernahme
Ein führender Softwarekonzern hat ein turbulentes Jahr hinter sich: Die Aktie stürzte ab, und das Wachstum kam zum Stillstand. Trotz solider Ergebnisse im Kerngeschäft mit Unternehmenslösungen belasten eine problematische Übernahme und eine steigende Kundenfluktuation die Aussichten schwer.
Der jährliche wiederkehrende Umsatz (ARR) im Unternehmenssegment stieg um 11 % auf 241 Millionen Euro. Ein Rekorddeal in den USA trieb hier ein Plus von 19 % voran und glich damit einen leichten Rückgang im traditionellen Geschäft mit kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) aus. Doch diese Erfolge werden von den übergeordneten Schwierigkeiten überlagert.
Die Übernahme des britischen Softwareunternehmens 1E im Jahr 2024 erwies sich als schwierig: Operative Verzögerungen und der Abgang wichtiger Mitarbeiter waren die Folge. Dadurch rechnet das Unternehmen nun mit einem einmaligen Umsatzausfall von 8 Millionen Euro im frühen Jahr 2026. Zudem kletterte die Kundenabwanderungsrate im letzten Quartal auf 16,4 % – ein Trend, der sich voraussichtlich bis Mitte 2026 fortsetzen wird.
Bei der Produktentwicklung treibt die Führung neue Integrationen mit Microsoft Intune sowie eine Partnerschaft mit Cybus für Augmented-Reality-Lösungen voran. Dennoch hat das Vertrauen der Anleger gelitten: Die Aktie verlor innerhalb eines Jahres fast 65 % und erreichte mit 4,48 Euro ein 52-Wochen-Tief. Die prognostizierte Umsatzentwicklung für 2026 liegt lediglich zwischen 0 % und 3 %, bei einer bereinigten EBITDA-Marge von etwa 43 %.
Die kurzfristigen Aussichten bleiben ungewiss. Zögerliche Fortschritte bei Übernahmen und hohe Fluktuationsraten bremsen das Wachstum. Zwar legt der Unternehmensbereich zu, doch allgemeine Marktprobleme und ein möglicher Wechsel vom MDAX in den SDAX könnten die Position des Konzerns weiter schwächen.