Schleswig-Holstein will mit Digitalstrategie 2026 die digitale Kluft schließen
Elias HofmannLand schließt niemanden bei Digitalstrategie aus - Schleswig-Holstein will mit Digitalstrategie 2026 die digitale Kluft schließen
Schleswig-Holstein startet Digitalstrategie 2026: Brückenschlag gegen digitale Kluft und Modernisierung der Verwaltung
Die Landesregierung in Schleswig-Holstein hat ihre Digitalstrategie 2026 auf den Weg gebracht, um die digitale Spaltung zu überwinden und öffentliche Dienstleistungen zu modernisieren. Die schwarz-grüne Koalition billigte den Plan, der sicherstellen soll, dass alle Bürgerinnen und Bürger vom digitalen Fortschritt profitieren. Bisher hinkte das norddeutsche Bundesland in zentralen Bereichen wie Breitbandausbau und 5G-Versorgung hinter den meisten anderen Ländern hinterher.
Kernstück der Strategie ist ein neues Leitprinzip für die öffentliche Verwaltung: der kooperative Digitalstaat. Ziel ist es, Behörden, Unternehmen und Bürger über ein einheitliches Datennetz zu vernetzen. Damit soll Schluss sein mit zersplitterten Systemen – stattdessen soll ein nahtloser Austausch von Informationen zwischen den Ressorts möglich werden.
Um Bürokratie abzubauen und Dienstleistungen zu beschleunigen, wird das Land eine eigene Dateninfrastruktur aufbauen. Die Verantwortlichen erhoffen sich davon vereinfachte Abläufe für Bürger wie Unternehmen. Doch es gibt auch Kritik: Der FDP-Politiker Bernd Buchholz warnte, dass Menschen ohne digitale Kompetenzen oder Zugang nicht abgehängt werden dürften.
Experten betonten zudem die Notwendigkeit einer inklusiven Umsetzung. Kianusch Stender (SPD) mahnte, Digitalisierung dürfe nicht als starre Vorgabe von oben verordnet werden. Sebastian Bonau von den Grünen forderte mehr digitale Eigenständigkeit auf kommunaler Ebene, während Uta Wentzel (CDU) das Potenzial des Plans für die regionale Digitalwirtschaft und aufstrebende Technologien hervorhob.
Vor dem Start der Strategie schnitt Schleswig-Holstein in bundesweiten Digitalrankings schlecht ab. Daten aus dem Jahr 2025 zeigten, dass nur 78 Prozent der Haushalte über Glasfaser-Internet verfügten – deutlich unter dem Bundesschnitt von 85 Prozent. Beim Breitbandausbau belegte das Land Platz 14 von 16, bei der 5G-Abdeckung Rang 12 mit einer Verfügbarkeit von lediglich 45 Prozent (bundesweiter Spitzenwert: 62 Prozent). Besser schnitten hingegen die E-Government-Angebote ab, die bundesweit auf Platz 8 kamen.
Die Digitalstrategie 2026 setzt klare Ziele für ein vernetzteres Schleswig-Holstein: weniger Bürokratie, mehr digitale Teilhabe und eine engere Zusammenarbeit zwischen Land, Kommunen und lokalen Akteuren. Ob der Plan gelingt, hängt davon ab, ob es der Regierung gelingt, technologischen Fortschritt mit Barrierefreiheit für alle Bürger zu verbinden.






