Neues Marktmodell für Momentanreserve: Warum Batteriespeicher jetzt boomen könnten
Lara BraunNeues Marktmodell für Momentanreserve: Warum Batteriespeicher jetzt boomen könnten
Deutschland hat ein neues marktbasiertes System für die Beschaffung von Momentanreserve eingeführt – ein Dienst, der dazu beiträgt, das Stromnetz bei plötzlichen Ungleichgewichten zu stabilisieren. Seit dem 22. Januar 2026 können Anbieter Verträge in einer Ausschreibung ersteigern, wobei sich Batteriespeicher als besonders effektive Lösung herauskristallisiert haben. Das System bietet finanzielle Anreize, doch bisher hat kein Anbieter sämtliche technischen Voraussetzungen vollständig erfüllt.
Die Momentanreserve fungiert als Sofortreaktion auf Schwankungen in der Nettofrequenz. Im Gegensatz zu herkömmlichen Energiespeichern setzt sie weniger auf die Batteriekapazität als vielmehr auf die Leistung der Wechselrichter. Ein System mit 100 MW Leistung und 100 MWh Kapazität müsste bei einer Aktivierungszeit von 25 Sekunden beispielsweise nur etwa 35 kWh für diesen Zweck reservieren.
Batteriespeicher eignen sich ideal für diese Aufgabe, da sie mit minimalem Energieeinsatz kurze, aber leistungsstarke Stromstöße liefern können. Anbieter können erhebliche Einnahmen erzielen – die möglichen Zahlungen belaufen sich auf bis zu 36.000 Euro pro Megawatt und Jahr. Die Vergütung setzt sich aus Festpreis-Komponenten zusammen, die je nach Leistung zwischen 76 und 888,5 Euro pro Megawattsekunde und Jahr liegen.
In der Vorbereitungsphase 2026/2027 werden bundesweit sowohl Basis- als auch Premium-Produkte für Momentanreserve ausgeschrieben. Lieferanten haben die Möglichkeit, Vertragslaufzeiten von bis zu zehn Jahren zu wählen. Stand 24. Februar 2026 hatte jedoch noch kein Anbieter alle notwendigen Anforderungen vollständig erfüllt.
Das neue marktbasierte Modell zielt darauf ab, in ganz Deutschland zuverlässige Momentanreserve-Kapazitäten zu sichern. Betreiber von Batteriespeichern könnten finanziell stark profitieren – vorausgesetzt, sie erfüllen die technischen Vorgaben. Der Erfolg des Systems hängt davon ab, ob es den Anbietern in den kommenden Monaten gelingt, sich an die Anforderungen anzupassen.






