14 March 2026, 02:05

Neuer Betriebsrat in Zwickau: IG Metall dominiert bei Volkswagen-Wahl unter Jobabbau-Ängsten

Eine Gruppe von Menschen sitzt vor einer Volkswagen-Verkaufsstelle mit Glaswänden auf dem Boden und hält ein Transparent.

Keine Rechtsverschiebung - IG Metall gewinnt Wahl bei VW Zwickau - Neuer Betriebsrat in Zwickau: IG Metall dominiert bei Volkswagen-Wahl unter Jobabbau-Ängsten

Im Volkswagen-Werk Zwickau ist ein neuer Betriebsrat gewählt worden – vor dem Hintergrund wachsender Sorgen um Stellenabbau und politische Verschiebungen. Die Abstimmung erfolgte zu einem Zeitpunkt, an dem der Konzern plant, bis 2030 rund 35.000 Arbeitsplätze abzubauen, davon etwa 10.000 allein in Sachsen. Angesichts der Unsicherheit unter den Beschäftigten zählte diese Wahl zu den meistbeachteten der letzten Jahre.

An der Wahl beteiligten sich 8.200 Mitarbeiter, die ihre Vertreter für den 35-köpfigen Betriebsrat bestimmten. Die Gewerkschaft IG Metall ging als klarer Sieger hervor: Mit über 81 Prozent der Stimmen sicherte sie sich 29 Sitze. Mike Rösler, Spitzenkandidat der Gewerkschaft, erkannte die Ängste der Belegschaft an und versprach, sich für die Zukunft des Standorts über das Jahr 2030 hinaus einzusetzen.

Das "Bündnis Freier Betriebsratslisten", dem Verbindungen zur rechtspopulistischen AfD nachgesagt werden, erreichte 11,5 Prozent der Stimmen und erhält damit vier Sitze. Die "Alternative Liste" (Liste 1) kam auf knapp 7,3 Prozent und zieht mit zwei Vertretern in den Betriebsrat ein. Thomas Knabel, der führende IG-Metall-Repräsentant in Zwickau, wertete das starke Abschneiden der Gewerkschaft als deutlichen Auftrag, Arbeitsplätze und die Automobilindustrie in der Region zu verteidigen.

Die Stimmung im Werk ist gedrückt – bedingt durch jüngste Produktionskürzungen und den drohenden Stellenabbau. Der Standort Zwickau, ein zentraler Knotenpunkt für die Elektroauto-Produktion, könnte bis zu 5.000 Arbeitsplätze verlieren, da die Nachfrage nach E-Fahrzeugen nachlässt. Volkswagen hatte die Kürzungen Ende 2024 bekannt gegeben und dabei auf Überkapazitäten in den deutschen Werken verwiesen.

Mit dem Wahlergebnis stärkt die IG Metall ihre Verhandlungsposition für die Zukunft des Werks. Angesichts der tausenden betroffenen Arbeitsplätze in Sachsen verfügt die Gewerkschaft nun über die notwendige Mehrheit, um Entscheidungen mitzugestalten. Das Ergebnis spiegelt zudem die Sorgen der Belegschaft wider – sowohl in Bezug auf politische Einflüsse als auch auf die Sicherheit ihrer Jobs.

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