05 April 2026, 10:05

"Merz kann Eier lutschen!" – Wie ein Protestspruch die TU Berlin spaltet

Gruppe von Studenten marschiert in Berlin mit einem buntfarbenen "Students for Future"-Plakat vor einer Kulisse aus Gebäuden, Bäumen und Himmel.

"Merz kann Eier lutschen!" – Wie ein Protestspruch die TU Berlin spaltet

"Merz kann Eier lutschen!" – Provokante Parole an der TU Berlin sorgt für Debatte über Meinungsfreiheit

Kurz vor Ostern hing an der Technischen Universität Berlin ein großes Transparent mit der Aufschrift "Merz kann Eier lutschen!" – ein Protestspruch, der inzwischen viral gegangen ist. Die Studentengruppe EB 104 hatte die Aktion organisiert, doch die Polizei entfernte das Banner schnell wieder. Der Vorfall hat die Diskussion über Meinungsfreiheit und studentischen Aktivismus auf dem Campus neu entfacht.

Das Transparent war unter den Fenstern des zweiten Stocks des Hauptgebäudes der Universität angebracht worden. Die Gruppe EB 104 markierte ihre Aktion mit blauen A4-Blättern, auf denen "EB 104" stand, und dekorierte die Umgebung mit Ostereiern. Innerhalb von 15 Stunden ließ die Polizei das Banner abhängen – was bei den Studierenden auf Kritik stieß. Sie bezeichneten die Entfernung als "höchst problematisch" und warfen den Behörden vor, damit die studentische Selbstverwaltung und die Meinungsfreiheit zu untergraben.

Der Slogan tauchte erstmals im März 2024 bei einer Antikriegsdemonstration in Berlin auf. Damals richtete er sich gegen Friedrich Merz, den Vorsitzenden der CDU. Schnell verbreitete er sich über die Hauptstadt hinaus. Bis Mitte 2024 war die Parole in Städten wie London, New York und Wien zu sehen, aber auch in Hamburg, München und Köln. Sie erschien als Graffiti auf politischen Plakaten, auf Protestschildern bei CDU-Veranstaltungen und sogar in TikTok-Challenges. Aufkleber mit dem Spruch wurden zudem bei Klimaprotesten und antifaschistischen Kundgebungen entdeckt, etwa von Gruppen wie Fridays for Future oder Die Linke.

Nun ermitteln die Behörden gegen den 18-Jährigen, der den Spruch geprägt haben soll. Im Fokus stehen mögliche Vorwürfe der üblen Nachrede und Beleidigung nach deutschem Recht, das falsche Aussagen unter Strafe stellt, sofern sie den Ruf einer Person schädigen. Viele sehen in den juristischen Schritten jedoch einen überzogenen Eingriff in die Meinungsfreiheit.

Hinter dem Banner steht die Studentengruppe EB 104, die sich für eine bessere Campus-Kultur einsetzt. Die Initiative bietet Lernräume an, organisiert Veranstaltungen und setzt sich für Studierendenrechte ein. Mit ihrer jüngsten Aktion hat sie sich erneut in den Mittelpunkt der Debatte um politischen Widerstand und freie Rede in Deutschland gerückt.

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Obwohl die Polizei das Transparent schnell entfernte, bleibt die Aufmerksamkeit für die globale Verbreitung des Spruchs bestehen. Die anhängigen Verfahren gegen den Urheber könnten Präzedenzfall für ähnliche Fälle in Zukunft werden – und die Diskussion über Meinungsfreiheit und studentischen Protest weiter anheizen.

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