Mainz führt 2027 die Gelbe Tonne ein – doch es gibt noch Hürden
Mainz treibt die Pläne für die Einführung des "Gelben Tonne"-Systems für Verpackungsmüll bis zum 1. Januar 2027 voran. Die Entscheidung folgt auf jahrelange Verzögerungen, darunter eine gerichtliche Blockade und ein auslaufender Vertrag mit dem aktuellen Entsorgungsunternehmen. Die Stadtverwaltung will damit die Vermüllung reduzieren und die Recyclingquoten verbessern.
Bereits 2019 hatte die Stadt beschlossen, das "Gelbe Tonne"-System einzuführen, um den Plastikmüll durch Tüten zu verringern und Fehlwürfe zu minimieren. Studien zeigten damals, dass Einwohner:innen jährlich fast neun Kilogramm Abfall falsch in Säcken und etwa 17 Kilogramm in Behältern entsorgten. Ein Verwaltungsgericht stoppte das Vorhaben jedoch mit der Begründung, das geplante Modell erfülle nicht die Anforderungen an eine Vollservice-Lösung.
Alle zwei Wochen kommt es in Mainz nach wie vor zu erhöhten Müllaufkommen und aufgerissenen Verpackungen während der Abholung. Der aktuelle Vertrag mit BellandVision läuft Ende 2024 aus, und eine Einigung über das "Gelbe Tonne"-System steht noch aus. Das Unternehmen lehnt die Umstellung ab und argumentiert, sie könnte die Mülltrennung verschlechtern und den Restmüll erhöhen.
Um das Projekt voranzubringen, hat die Kommunale Abfallwirtschaft Mainz (KAW) kürzlich eine neue Rahmendienstleistung ausgeschrieben, um einen alternativen Anbieter zu gewinnen. Sollte der neue Dienstleister keinen Vollservice anbieten, müssten die Bürger:innen die Gelben Tonnen möglicherweise selbst an den Straßenrand bringen und nach der Leerung zurückrollen. Die Umstellung könnte zudem zusätzliche Kosten für Eigentümer:innen mit sich bringen.
In anderen deutschen Städten, die das "Gelbe Tonne"-System nutzen, sanken die Fehlwurfquoten um 5 bis 15 Prozent. Der Erfolg hängt dabei stark von lokalen Aufklärungskampagnen und Kontrollen ab – Kommunen mit gezielter Öffentlichkeitsarbeit sortieren ihren Abfall in der Regel effektiver.
Die Einführung der Gelben Tonne in Mainz ist für 2027 geplant, sofern ein neuer Vertrag mit einem Entsorger zustande kommt. Die Maßnahme soll die Vermüllung eindämmen und das Recycling fördern, auch wenn auf Bürger:innen und Eigentümer:innen zusätzliche Pflichten zukommen könnten. Die nächsten Schritte der Stadt werden zeigen, ob das System ähnliche Vorteile bringt wie in anderen deutschen Städten.






