23 April 2026, 14:11

Kim de l'Horizons Kein Körper passt erobert als Theaterstück die Berliner Bühne

Ein farbenfrohes illustriertes Zeitachsen-Diagramm, das die Phasen des Lebens von Frauen von der Geburt bis ins hohe Alter darstellt, mit fetter Schrift und detaillierten Elementen.

Kim de l'Horizons Kein Körper passt erobert als Theaterstück die Berliner Bühne

Kim de l'Horizons preisgekrönter Roman Kein Körper passt feiert nun Bühnenpremiere

Das Debütwerk, das 2022 sowohl mit dem Deutschen als auch dem Schweizer Buchpreis ausgezeichnet wurde, erkundet Themen wie Identität, Trauma und Selbstfindung aus der Perspektive einer genderfluiden Hauptfigur. Am Dienstagabend erlebte das Stück im ausverkauften Vaganten Bühne-Theater in Berlin-Charlottenburg seine Uraufführung.

Die Geschichte begleitet Kim, einen jungen Menschen, dessen Körper sich binären Zuordnungen entzieht. Im Kampf gegen starre Geschlechterrollen sucht Kim in Sex, Nachtleben und der Dating-App Grindr nach Zugehörigkeit. Als die Demenz der Großmutter eine Rückkehr zu Kindheitserinnerungen in einem Schweizer Vorort erzwingt, vertieft sich ihre Suche.

Unter einer Blutbuche, die der Urgroßvater einst pflanzte, findet Kim flüchtige Geborgenheit. Der Baum wird zum Symbol auf der Reise, Familiengeheimnisse und transgenerationale Traumata aufzudecken. Durch die Auseinandersetzung mit Scham will Kim diese in Selbstakzeptanz verwandeln.

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Auf der Bühne wird Kim von drei Schauspieler:innen verkörpert – Julian Trostorf, Annemie Twardawa und Emma Zeisberger –, was die Flüssigkeit ihrer Identität widerspiegelt. Die 90-minütige Adaption bleibt dem Roman treu und erkundet schonungslos Körper, Erinnerung und die Suche nach dem wahren Selbst.

Die Premiere markiert ein neues Kapitel für Kein Körper passt und bringt die Themen von Flüssigkeit und Heilung auf die Theaterbühne. Mit einer ausverkauften Eröffnung unterstreicht die Produktion die wachsende Nachfrage nach Geschichten, die traditionelle Erzählmuster herausfordern. Das Stück läuft weiterhin im Vaganten Bühne und bietet dem Publikum eine eindringliche Auseinandersetzung mit Identität und Widerstandsfähigkeit.

Quelle