Kiels verstecktes Blues-Juwel: Georg Schroeter spielt mit Leidenschaft statt Hype
Nina Walter
Kiels verstecktes Blues-Juwel: Georg Schroeter spielt mit Leidenschaft statt Hype
Georg Schroeter ist in Kiel vielleicht kein Begriff, aber wer sich für Blues und Rock begeistert, kennt ihn vermutlich – oder sollte es zumindest. Zusammen mit Marc Breitfelder bildet er das Duo Georg Schroeter & Marc Breitfelder GbR, das eine Musik macht, die weniger wie ein perfekt inszeniertes Konzert als vielmehr wie eine spontane Late-Night-Jamsession klingt. Keine glamourösen Locations, keine Neonreklamen – einfach ein Pianist und ein Musiker, die wissen, wie man diesen rohen, bluesigen Rocksound zum Klingen bringt.
Bewertungen gibt es nur wenige – genau genommen sechs –, doch fast durchweg sind es fünf Sterne, mit einem Schnitt von 4,8. Eine solche Wertung spricht für ein kleines, aber treues Publikum. Keine Mega-Konzerte, keine Stadiontourneen, einfach solide Auftritte für Leute, denen die Musik wirklich am Herzen liegt. Ihre Website (gs-mb) ist schlicht gehalten, ohne Schnickschnack, nur mit Infos zu ihren Auftritten. Hier geht es nicht um Trendverfolgung, sondern um echten Blues und Rock, gespielt mit Leidenschaft statt mit Feuerwerk.
Allerdings wird man ihren Spielplan online vergeblich suchen. Keine veröffentlichten Zeiten, keine Rubrik „demnächst“. Wer sie live erleben möchte, muss anrufen oder eine E-Mail schicken – beides findet sich auf der Seite. Die Adresse, Tauernweg 70 in Kiel, liegt in einer ruhigen Ecke der Stadt, was irgendwie passt. Wahrscheinlich spielen sie eher auf privaten Feiern und in kleinen Bars als an einem festen Standort.
Das Erfrischende an Schroeter ist diese bewusste Unperfektheit – nicht im negativen Sinne, sondern genau so, wie es sein sollte. Kein Hype, keine Tricks, einfach ein Typ, der ein Klavier so richtig zum Swingen bringt. Ob in einer schäbigen Kneipe oder auf einer Gartenparty: Im Mittelpunkt steht die Musik – Blues mit rockiger Kante, ohne Umschweife. In einer Stadt, in der die Szene eher klassisch oder indiegeprägt ist, sind sie eine kleine Ausnahme. Nicht die lauteste Band der Stadt, aber eine der authentischsten.

