
Kieler Geheimtipp: Wo Kunstwerke zum Meisterstück werden
IB Gosch – Fine-Art-Drucke & Rahmungen ist einer dieser Orte, an dem man einfach vorbeigehen könnte, ohne ihn zu bemerken. Versteckt in der Deliusstraße im Kieler Stadtteil Gaarden, gibt sich das Geschäft keine Mühe, Aufmerksamkeit zu erregen. Stattdessen macht es eine Sache besonders gut: hochwertige Kunstdrucke und Rahmungen für Menschen, denen es wirklich darauf ankommt, wie ihre Werke wirken.
Innen erwartet einen ein kleiner, zweckmäßiger Arbeitsraum. Im Hintergrund surren Drucker, an den Wänden hängen gerahmte Muster – nichts Überladenes, nur saubere Beispiele dessen, was hier entsteht. Ingo Gosch, der Inhaber, kennt sich mit Drucktechnik und Fotografie bestens aus, was erklärt, warum der Laden sich nicht wie eine beliebige Kopierstube anfühlt. Ob es um einen riesigen Landschaftsdruck für eine Ausstellung oder eine sorgfältige Reproduktion eines alten Familienfotos geht – hier zählt Präzision, nicht Hektik.
Das eigentliche Highlight ist der Fine-Art-Druck. Hier gibt man keine USB-Sticks ab und holt eine Stunde später glänzende 10×15-Abdrucke ab. Stattdessen kommen erstklassige Tinten und Papiere zum Einsatz – Marken wie Hahnemühle oder Canson –, die Jahrzehnte überdauern. Wer im RAW-Format fotografiert oder mit hochauflösenden Dateien arbeitet, wird den Unterschied erkennen. Auch Großformatdrucke gehören zum Angebot, die man lokal sonst nur selten in dieser Qualität findet.
Dann ist da noch die Rahmung. Keine billige Massenware, sondern schlichte, solide Lösungen. Die Auswahl tendiert zu minimalistischem, musealem Niveau: saubere Passepartouts, stabile Rückwände, keine kitschigen Verzierungen. Wer schon einmal vergeblich nach einem Rahmen gesucht hat, der nicht wie aus einem Hotelfoyer aussieht, wird hier vielleicht fündig.
Die Öffnungszeiten sind begrenzt: montags, freitags sowie am Wochenende geschlossen, dienstags und donnerstags am längsten geöffnet (9 bis 17 Uhr), mittwochs nur bis 15 Uhr. Das Geschäft liegt in der Deliusstraße 7, nur einen kurzen Fußmarsch vom Hauptbahnhof entfernt, falls man mit der Bahn anreist. Die Website ist schlicht gehalten und bietet vor allem Kontaktdaten – wer wissen möchte, was möglich ist, sollte am besten anrufen oder persönlich vorbeischauen.
In einer Stadt, in der vieles auf Digitalisierung setzt, wirkt ein Ort wie dieser fast schon beharrlich analog. Es geht nicht darum, hundert billige Abzüge im Akkord zu produzieren, sondern darum, dass die wenigen, die entstehen, die Mühe wert sind. Für Fotografen, Künstler oder alle, die noch Wert auf ein richtig gedrucktes Bild legen, macht das den Unterschied.

