Kieler Atelier bub57 setzt auf zurückhaltendes Design mit klarer Botschaft
Elias Hofmann
Kieler Atelier bub57 setzt auf zurückhaltendes Design mit klarer Botschaft
Christoph Jochims arbeitet in einem kleinen Atelier in der Beselerallee, einer ruhigen Straße nicht weit entfernt von den belebteren Ecken des Sophienblatts. Der Ort macht nicht viel Aufhebens von sich – kein auffälliges Schild, nur eine Tür in einer Reihe von Wohnhäusern. Diese unaufdringliche Art entspricht seiner Designphilosophie: Im Mittelpunkt soll die Arbeit stehen, nicht der Gestalter.
Unter dem Namen bub57 (Kurzform für Bilder und Buchstaben) übernimmt er alles von Markenidentitäten bis hin zu Broschüren, meist für lokale Kunden, aber auch für Einrichtungen wie das Reitsportzentrum Angersbach. Sein Schwerpunkt liegt auf Kommunikationsdesign – sprich: Er sorgt dafür, dass die visuelle Sprache eines Unternehmens tatsächlich etwas aussagt, ohne blind dem aktuellen Trend hinterherzulaufen.
Jochims entwirft nicht einfach nur – er stellt Fragen, hinterfragt und hilft seinen Kunden herauszufinden, was sie überhaupt vermitteln wollen. Das ist wohl auch der Grund, warum seine Projekte am Ende stimmig wirken, ob es sich um ein Unternehmenshandbuch oder ein künstlerischeres Projekt handelt.
Das Atelier wird nach Terminvereinbarung betrieben – feste Öffnungszeiten sucht man vergeblich. Das ergibt Sinn, wenn die eine Hälfte der Arbeit aus Kundengesprächen besteht und die andere Hälfte am Bildschirm verbracht wird. Es liegt in der Beselerallee 57, in einem Kieler Viertel, in dem sich kleine Unternehmen und Freiberufler die Gehwege teilen – abseits der Hafenrummel, aber trotzdem gut erreichbar.
Seine Website, bub57.de, präsentiert seine Arbeiten, allerdings genauso zurückhaltend wie das Atelier selbst. Keine protzigen Kundenstimmen, keine Sterne-Bewertungen. Das ist in diesem Metier normal, wo die meisten Aufträge über Empfehlungen zustande kommen oder Kunden einfach zufällig auf seinen Namen stoßen.
Kiel ist vor allem für seine maritime Szenerie und die Technologiebranche bekannt, doch Jochims’ Arbeit erinnert daran, dass gutes Design am Ende auf einen Menschen ankommt, der bewusste Entscheidungen trifft. Er macht das schon lange genug, um zu wissen, was funktioniert – und wofür man keine Werbetrommel rühren muss.







