15 March 2026, 06:05

Kaiser kämpft gegen anhaltende Ost-West-Ungleichheit in Deutschland

Eine Europakarte, die den Geschlechtergleichstellungsindex für die Arbeit im Jahr 2017 zeigt, mit verschiedenen Farben, die unterschiedliche Gleichstellungsgrade darstellen, und begleitendem Text auf der linken Seite, der zusätzliche Informationen bereitstellt.

Ostkommissarin sieht weiterhin 'signifikante Ost-West-Unterschiede' und will Frauen stärken - Kaiser kämpft gegen anhaltende Ost-West-Ungleichheit in Deutschland

Elisabeth Kaiser, die Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Bundesländer, hat auf die anhaltenden Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland hingewiesen. Trotz mehr als drei Jahrzehnten seit der Wiedervereinigung bestehen weiterhin Lücken bei Einkommen, Infrastruktur und sozialen Dienstleistungen. Kaiser setzt sich nun für stärkere politische Maßnahmen ein, um diese Ungleichheiten zu bekämpfen.

Die sechs ostdeutschen Bundesländer – Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Berlin – weisen im Vergleich zum Westen noch immer deutliche strukturelle Nachteile auf. Im Jahr 2025 liegen die Einkommen im Schnitt etwa 14,7 Prozent niedriger, während Infrastruktur und Sozialleistungen weiterhin hinterherhinken. Viele Bürgerinnen und Bürger im Osten fühlen sich wie Bürger zweiter Klasse, ein Gefühl, das Kaiser als großes Problem anerkennt.

Kaisers Aufgabe besteht darin, die Anliegen Ostdeutschlands mit politischen Maßnahmen zu verknüpfen. Sie hat die "Ostdeutschland-Dialoge" ins Leben gerufen, eine Plattform, um wirtschaftliche und soziale Herausforderungen direkt anzugehen. Ein Schwerpunkt liegt auf kleinen und mittleren Unternehmen, die zwar gut etabliert sind, aber mit rasanten Veränderungen wie KI und der Umstellung auf grüne Energie kämpfen.

Über wirtschaftliche Fragen hinaus betont Kaiser die Notwendigkeit besserer Förderung für Start-ups in der Region. Zudem will sie Frauen-Netzwerke stärken und argumentiert, dass männlich dominierte Strukturen weibliche Perspektiven in Entscheidungsprozessen lange Zeit überlagert haben. Ihr Ziel ist es, ostdeutschen Stimmen – insbesondere denen von Frauen – mehr Gewicht bei der Gestaltung zukünftiger Politiken zu verleihen.

Kaisers Initiativen kommen zu einer Zeit, in der Ostdeutschland mit langjährigen wirtschaftlichen und sozialen Ungleichgewichten ringt. Die Ostdeutschland-Dialoge sowie gezielte Unterstützung für Unternehmen und Frauen-Netzwerke sind zentrale Bausteine ihrer Strategie. Ob diese Maßnahmen die anhaltenden Unterschiede verringern können, bleibt abzuwarten.

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