04 April 2026, 12:06

Joey Skaggs täuscht seit 30 Jahren die New Yorker Medien mit einer erfundenen Parade

Comic-Strip-Plakat mit der Aufschrift 'April Fools', das einen Cartoon-Mann und -Frau in einem Gespräch vor einem hellblauen Himmel mit weißen Wolken zeigt, einer gestikuliert mit den Händen, Text in fetter schwarzer Schrift.

Joey Skaggs täuscht seit 30 Jahren die New Yorker Medien mit einer erfundenen Parade

Seit mehr als drei Jahrzehnten narren der Künstler und Aktivist Joey Skaggs alljährlich zum 1. April die Medien New Yorks mit einer Parade, die es in Wahrheit gar nicht gibt. Jahr für Jahr verschickt er aufwendig gestaltete Pressemitteilungen, die Reporter und sogar Schulkapellen an die Fifth Avenue locken. In diesem Jahr steht die Aktion unter dem Motto, das die Teilnehmer auffordert, sich zu fragen, "was real ist und was nicht" – beginnend mit einem vom "Präsidenten" angeführten Umzug, der Vorführung einer "Melania"-Mockumentary" und einer öffentlichen Lesung der geschwärzten Namen aus den Jeffrey-Epstein-Akten.

Sein erstes Scheinereignis inszenierte Skaggs 1986, damals als Mittel, um "die Menschen wieder mit ihrer angeborenen Albernheit in Kontakt zu bringen" und Autoritäten lächerlich zu machen. Die Pressemitteilungen, die er aus einem Jahr gesammelter Zeitungsausschnitte zusammenstellt – Geschichten, die er absurd, empörend oder schlicht unglaubwürdig findet –, werden dabei immer ausgefeilter. Frühere Themen umfassten einen Donald-Trump-Doppelgänger-Wettbewerb und eine Y2K-Apokalypse-Party.

Seit über 20 Jahren fallen renommierte Medien wie die "New York Times", die "Washington Post", der "BBC" und "CNN" auf den Scherz herein; einige, darunter die "Times" und der "BBC", berichteten seit den frühen 2000er-Jahren ausführlich darüber. Schulkapellen meldeten sich freiwillig zum Auftritt, und Reporter erscheinen noch immer in der Erwartung eines Spektakels. Doch wie Skaggs sagt: "Der Witz geht auf ihre Kosten" – eine echte Parade hat es nie gegeben.

Seine Aktionen stehen in einer langen Tradition aufwendiger Aprilscherze. 1985 veröffentlichte "Sports Illustrated" ein erfundenes Porträt über Hayden "Sidd" Finch, einen nicht existierenden Pitcher der Mets, der angeblich Bälle mit 270 km/h werfen konnte. Zwei Jahrzehnte später gab David Bowie eine Party für den fiktiven britischen Schriftsteller William Boyd, der später als Erfindung entlarvt wurde. Skaggs jedoch versteht seine Streiche als ernsthafte Kunst und nutzt Satire, um scharfe politische Aussagen zu treffen.

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Die diesjährige Pressemitteilung führt die Tradition fort, Absurdität mit aktuellen Ereignissen zu vermengen – von Präsidenten-Imitationen bis zu umstrittenen Gerichtsakten. Trotz der Abwesenheit einer echten Parade bleibt Skaggs' jährlicher Scherz ein fester Bestandteil der New Yorker Medienlandschaft. Reporter, Kapellen und neugierige Zuschauer versammeln sich noch immer – nur um mit leeren Händen nach Hause zu gehen, erinnert an die Macht der Satire und die Bereitschaft der Öffentlichkeit, Unglaubliches zu glauben.

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