Günther Jauch kauft Loriots letztes Zuhause am Starnberger See
Günther Jauch hat das ehemalige Wohnhaus von Vicco von Bülow am Starnberger See erworben. Das Anwesen besitzt besondere Bedeutung, da es die letzte Wohnstätte des verstorbenen Komikers war, der unter seinem Künstlernamen Loriot weltbekannt wurde. Jauchs Kauf folgt seiner langjährigen Bewunderung für von Bülows scharfen Witz und kulturelles Erbe.
Obwohl das Haus eng mit Loriot verbunden ist, diente es nicht als Hauptdrehort für seine Werke. Viele Szenen seiner Filme entstanden an anderen Orten, darunter Österreich und die Tschechische Republik.
Vicco von Bülow, mit vollem Namen Bernhard Viktor Christoph Karl von Bülow, entstammte einer alten mecklenburgischen Adelsfamilie. Bevor er als Loriot zum Volksliebling wurde, veröffentlichte er in den 1950er-Jahren humoristische Bücher. Titel wie Der unentbehrliche Ratgeber für den Umgang in feiner Gesellschaft oder Glücklich verführt: Zwei Experten verraten 20 erprobte Liebestrick zeigten bereits seinen typisch ironischen Stil.
Seine beiden bekanntesten Filme, Ödipussi (1988) und Pappa ante Portas (1991), spielten beide mit Evelyn Hamann in der Hauptrolle. Ödipussi wurde in Österreich – unter anderem in Wien und im Salzkammergut – sowie in Zürich gedreht. Für Pappa ante Portas dienten Kitzbühel in Österreich und Karlsbad in der damaligen Tschechoslowakei als Kulissen.
Besonders legendär wurde der Speisesaal der Familie Lohse in Pappa ante Portas – vor allem wegen der ständigen Abwesenheit von Dieter Lohse. Weitere zentrale Szenen entstanden im Axel-Springer-Hochhaus in Berlin, wo die Entlassung von Heinrich Lohse gedreht wurde. Die Geburtstagsfeier von Renate Lohses Mutter fand auf dem Ahlbecker Pier auf Usedom statt.
Jauchs Engagement für den Erhalt kulturellen Erbes ist bekannt: So unterstützte er bereits die Restaurierung des Marmorpalais am Heiligen See in Potsdam. Mit dem jüngsten Kauf unterstreicht er seine persönliche Verbundenheit zu Loriots Werk und dessen bleibendem Einfluss auf die deutsche Comedy.
Das Anwesen am Starnberger See gehört nun Günther Jauch, einem Mann, der kulturelles Erbe hochschätzt. Zwar ist das Haus eng mit Loriots Leben verknüpft, doch entstanden viele seiner Filme fernab seiner Ufer. Der Kauf sichert, dass ein weiteres Stück deutscher Kulturgeschichte in verantwortungsvollen Händen bleibt.