08 January 2026, 06:04

Evelyn Palla startet radikale Reformen bei der angeschlagenen Deutschen Bahn

Ein Zug auf einer Schiene.

Der Durchsetzer: DB-Chef Palla im Amt seit 100 Tagen - Evelyn Palla startet radikale Reformen bei der angeschlagenen Deutschen Bahn

Evelyn Palla übernahm im Oktober 2025 die Geschäftsführung der Deutschen Bahn und trat damit ihr Amt bei dem angeschlagenen deutschen Bahnkonzern an. Seither steht sie wegen der sich verschlechternden Pünktlichkeit in der Kritik, treibt gleichzeitig aber ehrgeizige Reformen voran. Nun beginnen ihre Pläne für einen umfassenden Strukturwandel konkrete Formen anzunehmen.

In ihren ersten Monaten an der Spitze verschlechterte sich die Pünktlichkeit im Fernverkehr bis Ende 2025 weiter. Trotz dieses Rückschlags hat Palla eine klare Strategie zur Wende skizziert. Im Mittelpunkt steht ein schlankeres, dezentraleres Unternehmensgefüge, bei dem rund 30 Prozent der Führungspositionen abgebaut werden sollen. Ziel ist es, Entscheidungen näher an den Betrieb zu verlagern: Regionale Manager sollen künftig direkt für Servicequalität und Leistungsziele verantwortlich sein.

Ab Anfang 2026 starten drei Sofortprogramme, die mit über 140 Millionen Euro zusätzlich gefördert werden. Diese konzentrieren sich auf bessere Reiseinformationen, Sauberkeit, Sicherheit und Service an Bord. Zudem sind strengere Pünktlichkeitskontrollen geplant, darunter Obergrenzen für Verspätungsminuten und alle zwei Wochen stattfindende Qualitätsprüfungen, um chronische Verspätungen schrittweise zu reduzieren. Palla bezeichnet diese Maßnahmen als „schnelle Erfolge“, um den Betrieb zu stabilisieren und das Vertrauen der Fahrgäste zurückzugewinnen.

Ihre Agenda deckt sich mit den Vorstellungen von Bundesverkehrsminister Schnieder, der die Reformen sowohl finanziell als auch politisch unterstützt. Unter ihrer gemeinsamen Führung werden die groß angelegten Sanierungen stark frequentierter Strecken fortgesetzt. Dieser Ansatz findet Zustimmung bei Bahnverbänden wie der Allianz pro Schiene und der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG).

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Doch nicht alle Reaktionen fallen positiv aus. Konkurrenten im Güterverkehr argumentieren, die Deutsche Bahn solle sich stattdessen auf Kernprobleme wie Kapazitäten, Preise und Servicequalität konzentrieren – statt auf strukturelle Veränderungen.

Pallas Reformen markieren einen deutlichen Wandel in der Arbeitsweise der Deutschen Bahn: Mehr Entscheidungsbefugnisse für regionale Manager und strengere Leistungsvorgaben. Die zusätzliche Förderung und politische Rückendeckung deuten darauf hin, dass ihre Pläne vorankommen werden – auch wenn Skeptiker Zweifel anmelden. Die kommenden Monate werden zeigen, ob diese Veränderungen spürbare Verbesserungen für die Fahrgäste bringen.