Erstes Schwarmkraftwerk am Rhein: 124 Energyfish-Einheiten erzeugen Strom ohne Staudämme
Lara BraunErstes Schwarmkraftwerk am Rhein: 124 Energyfish-Einheiten erzeugen Strom ohne Staudämme
Am Rhein entsteht ein neuartiges Wasserkraftwerk. Das Unternehmen Energyminer installiert in St. Goar 124 Energyfish-Einheiten – die erste Schwarmkraftanlage dieser Größe. Das System ist darauf ausgelegt, im Flussstrom zu treiben und ohne Staudämme oder herkömmliche Infrastruktur Strom zu erzeugen.
Jede Energyfish-Einheit ist eine kompakte schwimmende Turbine mit den Maßen 2,8 Meter Länge, 2,4 Meter Breite und 1,4 Meter Höhe bei einem Gewicht von etwa 80 Kilogramm. Eine einzelne Einheit kann bis zu 6 Kilowatt leisteten, im Durchschnitt jedoch 1,8 Kilowatt. Für den Betrieb benötigt sie mindestens einen Meter Wassertiefe und eine Strömungsgeschwindigkeit von einem Meter pro Sekunde. Die höchste Effizienz wird bei etwa 2,5 Metern pro Sekunde erreicht.
Das System wurde bereits in einem kleineren Pilotprojekt getestet. Energyminer hatte die Technologie zuvor im Münchner Auer Mühlbach in der Nähe eines bestehenden Wasserkraftwerks demonstriert. Das Unternehmen schätzt, dass eine Einheit jährlich rund 15 Megawattstunden erzeugen kann, während ein Schwarm von 100 Einheiten etwa 1,5 Gigawattstunden pro Jahr liefern könnte – genug, um rund 470 Haushalte mit Strom zu versorgen.
Laut Energyminer ist das System wirtschaftlich rentabel. Wie ein Bericht der WELT/dpa zeigt, liegen die gestützten Stromgestehungskosten bei etwa 8 Cent pro Kilowattstunde, inklusive Investitionen, Betrieb und Wartung. Das Projekt soll über eine Laufzeit von 20 Jahren eine durchschnittliche jährliche Rendite von mindestens 8 Prozent erzielen.
Die Anlage in St. Goar wird die erste Großinstallation dieser Technologie sein. Im Gegensatz zu herkömmlichen Wasserkraftwerken kommt sie ohne Staudämme oder feste Bauwerke aus. Ziel des Projekts ist es, die Machbarkeit von Schwarmkraftwerken unter realen Bedingungen zu beweisen.
