Elterncafé Ellerbek: Ein ruhiger Ort für gestresste Eltern mit Kleinkindern
Elias Hofmann
Elterncafé Ellerbek: Ein ruhiger Ort für gestresste Eltern mit Kleinkindern
Das Elterncafé Ellerbek liegt in der Wahlestraße im Kieler Stadtteil Ellerbek. Im Grunde ist es einfach ein ruhiger Raum, in dem sich frischgebackene Eltern und Schwangere eine Weile ausruhen können. Kein großes Programm, keine aufwendige Ausstattung – nur ein paar Tische, Spielzeug auf dem Boden und Eltern, die Kaffee trinken, während ihre Kinder herumkrabbeln. Der Unterschied zu den größeren, lauteren Familienzentren der Stadt: Hier sind nur Familien mit Kindern unter drei Jahren willkommen.
Geöffnet ist das Café nur donnerstags von 9:30 bis 11:30 Uhr. Nicht gerade ideal für Berufstätige mit normalen Arbeitszeiten, aber es wirkt auch nicht wie ein kommerzielles Angebot, sondern eher wie ein Projekt, das jemand ins Leben gerufen hat, weil ein Bedarf bestand. Besonders Alleinerziehende werden als Zielgruppe genannt, doch grundsätzlich kann jeder mit kleinen Kindern vorbeikommen. Vor allem ist es ein Ort, an dem man sich mit anderen austauschen kann – mit Menschen, die ebenfalls müde sind und sich über Schlafrhythmen oder andere Herausforderungen den Kopf zerbrechen.
In Ellerbek und Wellingdorf gibt es nicht viele solche Angebote. Kiel hat zwar größere Familienberatungsstellen, aber die können überwältigend wirken, wenn man einfach nur eine ruhige Ecke sucht. Dieses Café hat nicht einmal eine Website, und eine Telefonnummer wird auch nicht beworben. Man findet hier keinen Aktivitätenplan und kein Anmeldeformular – nur einen Raum in der Wahlestraße 26, in der Nähe des S-Bahnhofs. Vielleicht sollte man eigenen Kaffee mitbringen, denn ob es vor Ort welchen gibt, ist unklar. Aber darum geht es auch gar nicht.
Die Öffnungszeiten sind begrenzt, klar – wer tagsüber arbeitet, hat Pech. Und weil es keine Online-Infos gibt, erfährt man entweder durch Zufall oder über Bekanntschaft davon. Doch für diejenigen, die den Weg hierher finden, könnte es einer der wenigen Orte sein, an denen Elternsein nicht wie eine einsame Aufgabe wirkt. Zwei Stunden pro Woche sind nicht viel, aber manchmal reichen sie aus.

