Drogerien und Supermärkte wollen medizinische Lücken mit Gesundheits-Services schließen
Finn FuchsDrogerien und Supermärkte wollen medizinische Lücken mit Gesundheits-Services schließen
Eine neue Umfrage zeigt, dass viele Deutsche mit der Verfügbarkeit medizinischer Versorgung unzufrieden sind. Rund ein Drittel der Befragten äußerte Frust über lange Wartezeiten und eingeschränkten Zugang. Nun prüfen Einzelhändler Möglichkeiten, diese Lücke zu schließen, indem sie medizinische Dienstleistungen direkt im Geschäft anbieten.
Laut der Umfrage könnten sich 60 Prozent der Teilnehmer vorstellen, für bestimmte Bedürfnisse auf gesundheitsbezogene Angebote im Einzelhandel zurückzugreifen. Besonders gefragt waren diagnostische Untersuchungen wie Augen- oder Hautchecks – hier zeigten 43 Prozent Interesse. Drogeriemärkte wurden dabei von 39 Prozent als idealer Ort für solche Services genannt.
Ein entscheidender Vorteil ist die Bequemlichkeit: Kunden hoben kürzere Wartezeiten, die einfache Terminvereinbarung und die gute Erreichbarkeit als Hauptgründe hervor. Mehr als die Hälfte der Interessierten – 52 Prozent – gab sogar an, sie würden ihr Stammgeschäft wechseln, um Gesundheitsleistungen beim Einkauf nutzen zu können.
Doch nicht alle sind überzeugt: Fast die Hälfte der Skeptiker zweifelt an der Qualität der angebotenen Dienstleistungen. Dennoch besteht Interesse an einem erweiterten Sortiment in der Nähe dieser Angebote, etwa Nahrungsergänzungsmitteln oder medizinischen Hilfsmitteln.
Die Ergebnisse deuten auf eine klare Chance für Händler hin, durch die Integration von Gesundheitsdienstleistungen neue Kunden zu gewinnen. Hochwertige und vertrauenswürdige Angebote könnten sie von der Konkurrenz abheben und gleichzeitig Versorgungslücken im Gesundheitssystem schließen. Für Verbraucher könnte die Kombination aus Bequemlichkeit und einem größeren Produktangebot ein starkes Argument sein, das Geschäft zu wechseln.






