Die stille Beraterin: Wie Sarah Feutlinske kleine Betriebe in Norddeutschland rettet
Elias Hofmann
Die stille Beraterin: Wie Sarah Feutlinske kleine Betriebe in Norddeutschland rettet
Sarah Feutlinskes Büro liegt in der Heintzestraße, gerade weit genug von der Sophienblatt entfernt, als dass man es zufällig entdecken würde. Kein großes Schild, keine auffällige Fassade – nur ein schlichtes, altes Gebäude, das aussieht, als stünde es schon immer da. Genau so arbeitet sie auch: ohne Schnickschnack, ohne Management-Floskeln, einfach mit praktischer Hilfe für kleine Betriebe, die sich in digitalen Tools oder Nachhaltigkeitsfragen zurechtfinden müssen.
Seit fünf Jahren unterstützt sie vor allem Läden und Handwerksbetriebe in Norddeutschland – die Art von Orten, wo große Strategien wenig bringen, aber ein besseres Lagerverwaltungssystem oder eine einfachere Bestellübersicht den Unterschied machen können. Ein Café-Besitzer, der weniger Lebensmittel verschwenden will? Sie händigt ihm eine auf seine Küche zugeschnittene Tabelle aus, wirft vielleicht noch ein paar Ideen für Instagram-Posts ein. Ein Tischler, der in Papierkram ertrinkt? Sie richtet seine Software ein und hilft ihm dann, seine umweltfreundlichen Produkte so zu erklären, dass es nicht nach Werbegesülze klingt. Manchmal kommen ihr dabei ihre alten Grafikdesign-Kenntnisse zugute – etwa, wenn ein Kunde ein klares, einfaches Schild für sein neues Kompostsystem braucht.
Einfach vorbeischauen geht nicht – alles läuft über Termine. Die eigentliche Arbeit findet meist vor Ort statt, in Hinterzimmern oder bei langen Workshops, doch das Büro ist der Ausgangspunkt. Hier trifft sie Neukunden und erarbeitet die Pläne, für die sie bekannt ist. Ihre Arbeitszeiten sind fast normal: neun bis fünf, außer donnerstags, wenn sie etwas länger bleibt. Manche Projekte ziehen sich über Monate hin, andere sind in ein paar intensiven Sitzungen erledigt.
Sie macht kein großes Beratergetöse. Keine glatte Website, keine endlosen LinkedIn-Beiträge, keine Versprechungen von „bahnbrechenden Ergebnissen“. Trotzdem finden sie ihre Kunden – vor allem, weil die, die sie beraten hat, tatsächlich Veränderungen spüren. Das heißt nicht, dass sie technikfeindlich wäre – die Hälfte ihrer Arbeit dreht sich um digitale Lösungen –, aber sie zieht es vor, ein konkretes Problem zu lösen, statt eine große Vision zu verkaufen.
Wer neugierig ist, sollte es auf die klassische Art versuchen: anrufen oder eine E-Mail schicken. Das Büro hat unter der Woche geöffnet, freitags macht sie allerdings früher Schluss – punkt 16 Uhr. Das Gebäude liegt versteckt in dem ruhigen Teil von Gaarden und fällt leicht unter den Tisch. Die Betriebe, mit denen sie gearbeitet hat, merken den Unterschied aber sehr wohl.







