DFB-Elf in der Krise: Warum Nagelsmanns Taktik und Abwehrprobleme die EM-Träume gefährden
Finn FuchsDFB-Elf in der Krise: Warum Nagelsmanns Taktik und Abwehrprobleme die EM-Träume gefährden
Die deutsche Nationalmannschaft sieht sich wachsender Kritik an ihrer defensiven Schwäche und taktischen Ausrichtung ausgesetzt. Trotz eines Kaders mit Weltklasse-Spielern häufen sich die Fehler, die Fans und Experten gleichermaßen an Julian Nagelsmanns Vorgehen zweifeln lassen. Die jüngsten Spiele gegen Ghana und die Schweiz offenbarten sowohl individuelle Patzer als auch strukturelle Defizite.
Besonders deutlich wurden die Probleme beim knappen 2:1-Sieg gegen Ghana, bei dem ein umstrittenes Handelfmeter den Ausschlag zu Gunsten der DFB-Elf gab. Derselbe Schiedsrichter hatte zuvor im Viertelfinale der EM 2024 eine ähnliche Szene übersehen – was erneut Fragen zur Einheitlichkeit der Spielführung aufwirft. Doch weit größeres Kopfzerbrechen bereiten die defensiven Mängel: Die Abwehrreihe schenkte den Gegnern immer wieder Torchancen.
Gegen die Schweiz trafen drei von sieben Torschüssen ins Tor – ein Beleg dafür, wie leicht die Defensive zu überwinden ist. Nico Schlotterbecks Fehler ebnete den Schweizern direkt den Weg zu einer Großchance und fügt sich damit in eine Serie selbstverschuldeter Probleme ein. Unterdessen steht auch Nagelsmanns starres taktisches Konzept in der Kritik. Er beharrt auf festen Rollenverteilungen und lässt Deniz Undav trotz dessen matchentscheidendem Treffer als Joker gegen Ghana weiterhin auf der Bank. Undavs spätes Tor sicherte den Sieg, doch in anderen Partien führen Kai Havertz und Niclas Füllkrug die Offensive an.
Außerdem wird Nagelsmanns distanzierte, eher autoritäre Kommunikationsweise mit den Spielern thematisiert – manche beobachten, dass er sich dadurch von seinem Team isoliert. Seine Entscheidung, Joshua Kimmich als Rechtsverteidiger statt in seiner gewohnten kreativen Mittelfeldrolle einzusetzen, gibt zusätzlich Rätsel auf. In der Vorbereitung erzielte die Mannschaft in Qualifikationsspielen und Testländerspielen 16 Tore, verteilt auf neun verschiedene Spieler – mit Niclas Füllkrug (vier Treffer) als bestem Torschützen. Doch die instabile Defensive droht alle offensiven Stärken zu überschatten.
Trotz ihrer offensiven Klasse und individuellen Qualität kämpft die Mannschaft weiterhin mit ihren Schwächen. Da Nagelsmann nicht bereit scheint, sein System anzupassen, bleiben die defensiven Lücken ungelöst. Die kommenden Spiele werden zeigen, ob taktische Flexibilität – oder deren Fehlen – den Verlauf des Turniers prägt.






