Deutsche Bank und BII starten 150-Mio.-Dollar-Programm für Afrikas Handelsfinanzierung
Lara BraunDeutsche Bank und BII starten 150-Mio.-Dollar-Programm für Afrikas Handelsfinanzierung
Deutsche Bank und British International Investment starten 150-Millionen-Dollar-Risikoteilungsprogramm für Afrika
Die Deutsche Bank hat sich mit der britischen Entwicklungsfinanzierungsgesellschaft British International Investment (BII) zusammengeschlossen, um ein Risikoteilungsprogramm in Höhe von 150 Millionen US-Dollar auf den Weg zu bringen. Die Initiative zielt auf die Überwindung des Handelsfinanzierungsdefizits in Afrika ab, das derzeit auf jährlich rund 100 Milliarden US-Dollar geschätzt wird. Besonders betroffen von der Finanzierungslücke sind kleinere Volkswirtschaften wie Sambia, Äthiopien und Ruanda.
Das neue Programm wird über lokale Partnerinstitute der Deutschen Bank kurzfristige Handelsfinanzierungen bereitstellen. Die BII übernimmt dabei eine Absicherungsfunktion und verringert so die Risiken für die beteiligten Banken. Es handelt sich um die erste formelle Zusammenarbeit zwischen der Deutschen Bank und der BII.
Seit 2015 haben viele internationale Großbanken – darunter Standard Chartered und Barclays – ihr Engagement in Afrika zurückgefahren oder sich vollständig aus dem Kontinent zurückgezogen. Besonders stark betroffen ist Westafrika, allen voran Nigeria und Ghana, wo strenge De-Risking-Strategien und steigende regulatorische Kosten zu einem deutlichen Rückgang geführt haben. Fragile Staaten haben zudem zunehmend Schwierigkeiten, an Handelsfinanzierungen zu kommen, was die wirtschaftlichen Herausforderungen weiter verschärft.
Unterdessen hat die Deutsche Bank einen Führungswechsel in ihrer Firmenkundensparte vollzogen: Gerald Podobnik übernimmt als neuer Co-Leiter das globale Firmenkundengeschäft und löst damit Ole Matthiessen ab. Die Aktie der Bank notiert derzeit bei 25,80 Euro – etwa 14 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt.
Mit dem 150-Millionen-Dollar-Programm will die Deutsche Bank Handelshemmnisse für Unternehmen in unterversorgten afrikanischen Märkten abbauen. Durch die Risikoteilung mit der BII erhofft sich die Bank, die Kreditvergabe über lokale Finanzinstitute zu fördern. Der Schritt erfolgt zu einer Zeit, in der sich internationale Großbanken zunehmend aus Afrika zurückziehen und so eine wachsende Finanzierungslücke hinterlassen.