Der unsichtbare Grafikdesigner: Wie Jan Uhing Kiels Wissenschaft am Laufen hält
Finn Fuchs
Der unsichtbare Grafikdesigner: Wie Jan Uhing Kiels Wissenschaft am Laufen hält
Jan Uhing ist kein Name, der den meisten Kielern bekannt vorkommen dürfte. Er arbeitet weder im Hafen noch an der Universität – den beiden Orten, die das pulsierende Leben der Stadt prägen. Stattdessen gehört er zum Verwaltungsteam des IPN, eines Forschungsinstituts für Naturwissenschafts- und Mathematikdidaktik. Sein Büro befindet sich in der Neufeldtstraße, im ruhigeren östlichen Teil Kiels. Seine Tätigkeit ist eine dieser unscheinbaren, aber unverzichtbaren Stellschrauben im Hintergrund: Teil Grafikdesign, Teil allgemeine Verwaltung – die Art von Arbeit, die ein Institut am Laufen hält, ohne dass es jemand bewusst wahrnimmt.
Doch wer genauer nachforscht, stößt auf eine kleine Kuriosität. Sein Name taucht in Verbindung mit einer Adresse am Königsweg auf, unweit des Kieler Schlosses. Das Gebäude in der Königsweg 15 wirkt nicht wie ein Büro – keine Schilder, keine Öffnungszeiten, nichts, was darauf hindeutet, dass es mehr ist als ein Wohnhaus oder vielleicht ein kleiner Arbeitsraum. Vielleicht ein veralteter Eintrag, vielleicht nur ein Datenbankfehler. Fest steht: Wer Uhing tatsächlich suchen würde, wäre bei den IPN-Büros in der Neufeldtstraße richtig. Allerdings gute Miene machen, wer eine direkte Kontaktmöglichkeit sucht – Personaldaten sind hier nicht öffentlich einsehbar.
Offiziell führt er den Titel Grafikdesigner, was vermutlich bedeutet, dass er Berichte, Präsentationen oder Lehrmaterialien für das Institut aufbereitet. Keine spektakuläre, aber eine wichtige Arbeit: Akademische Inhalte verständlich und ansprechend aufzubereiten, erfordert handwerkliches Geschick. Anders als freiberufliche Designer wirbt er nicht für sich selbst. Kein Portfolio, keine Kundenbewertungen, kein Schaufenster. Seine Arbeit bleibt im Institut, genutzt von Forschenden und Lehrkräften, aber kaum sichtbar für die Öffentlichkeit.
Kiel hat viele kreative Köpfe – doch die, die in Institutionen wie dem IPN arbeiten, geraten leicht in Vergessenheit. Die berufliche Landschaft der Stadt wird dominiert vom Hafen und der Universität, den großen, sichtbaren Motoren. Uhings Rolle ist eine andere. Er ist Teil jenes Apparats, der es Forscher:innen ermöglicht, sich auf ihre Arbeit zu konzentrieren, ohne sich um Layouts oder verlorene Dokumente kümmern zu müssen. Man begegnet ihm nur, wenn man selbst in dieser Welt verankert ist. Ansonsten bleibt er eine von vielen unscheinbaren Stimmen im System – jemand, der Wichtiges leistet, über den aber kaum jemand spricht.
Wer ihn tatsächlich erreichen möchte, findet über die IPN-Website die besten Anknüpfungspunkte. Die Adresse Königsweg 15? Eine dieser kleinen Kieler Eigenheiten – ein Eintrag, der in Suchmaschinen auftaucht, aber kaum weitere Spuren hinterlässt. Vielleicht eine Bedeutungslosigkeit. Vielleicht das Relikt einer alten Bürostruktur. Fest steht: Hier wird man ihn nicht antreffen.







