Condor zwischen Staatsrettung und ungewisser Zukunft nach 2026
Condor durchlebt seit Jahren turbulente Zeiten: Vom fasten Kollaps bis zur komplizierten Staatsrettung
Die deutsche Fluggesellschaft Condor war einst profitabel, verlor jedoch 2019 durch den Konkurs ihrer Muttergesellschaft Thomas Cook sämtliche liquiden Mittel. Seitdem halten sie eine Mischung aus staatlichen Krediten, Umstrukturierungen und neuer Eigentümerschaft in der Luft – doch die Herausforderungen bleiben bestehen.
In einer aktuellen Folge des Podcasts Gedankenflüge wurden die Details der Condor-Rettung beleuchtet, darunter finanzielle Konditionen wie Senior- und Junior-Kredittranchen. Diskutiert wurde auch, was passiert, wenn bis zum Auslaufen der staatlichen Unterstützung 2026 kein Käufer gefunden wird.
Die Probleme von Condor begannen 2019, als der Zusammenbruch von Thomas Cook die Liquidität der Airline zerstörte. Zwar war Condor selbst zahlungsfähig, doch ihre Mittel waren in einem gemeinsamen Topf der insolventen Muttergesellschaft gebunden. Die deutsche Regierung sprang mit einem Notkredit in Höhe von 550 Millionen Euro von der staatlichen Förderbank KfW ein – eine der komplexesten Luftfahrtrettungen der deutschen Geschichte.
Es folgten Umstrukturierungen, bei denen sich die staatlich besicherten Kredite auf insgesamt 930 Millionen Euro summierten. 2021 übernahm der britische Investor Attestor die Airline, während der Staat eine Minderheitsbeteiligung behielt. Unter neuer Führung modernisierte Condor ihre Langstreckenflotte mit sparsamen Airbus A330-900neo-Maschinen und baute einen eigenen Drehkreuz am Frankfurter Flughafen auf. Doch steigende Kosten zwangen zu Einschnitten, darunter eine Kapazitätsreduzierung um 13 Prozent am Flughafen Hamburg für den Sommer 2025 – bedingt durch höhere Flughafengebühren.
Die Suche nach einem dauerhaften Käufer gestaltet sich schwierig. Die polnische staatliche Fluggesellschaftengruppe PGL, Muttergesellschaft von LOT, stand kurz vor einer Übernahme, zog sich jedoch wegen der COVID-19-Pandemie in letzter Minute zurück. Der aktuelle Eigentümer Attestor sollte Condor verkaufen, doch ein Deal blieb bisher aus. Der Kredit ist noch nicht zurückgezahlt, und die Zeit drängt: Die staatliche Unterstützung endet am 30. September 2026.
Die Gedankenflüge-Podcastfolge, der erste Teil einer Condor-Deep-Dive-Serie, analysierte die finanziellen Mechanismen der Rettung, etwa Earn-out-Klauseln und Kredittranchen. Zudem wurden mögliche Szenarien durchgespielt, falls bis zum Stichtag 2026 kein Käufer in Sicht ist – und Condors Zukunft damit ungewiss bleibt.
Bisher überlebte Condor dank staatlicher Hilfen und Umstrukturierung. Doch mit dem Auslaufen der Subventionen in zwei Jahren muss die Airline entweder einen neuen Eigentümer finden oder beweisen, dass sie eigenständig fliegen kann. Die anstehende Frist wird zeigen, ob die Sanierungsbemühungen und die Strategie des Investors ausreichen, um Condor langfristig in der Luft zu halten.






