Bühnenbauer in Berlin kämpfen gegen prekäre Arbeitsverhältnisse und Ausbeutung
Finn FuchsBühnenbauer in Berlin kämpfen gegen prekäre Arbeitsverhältnisse und Ausbeutung
Beschäftigte des Berliner Bühnenbauunternehmens 36 Stage XL gehen gegen prekäre Arbeitsbedingungen vor
Arbeiter:innen bei 36 Stage XL, einem auf Bühnenbau spezialisierten Berliner Unternehmen, haben sich kollektiv organisiert, um gegen schlechte Arbeitsbedingungen zu protestieren. Die Mitarbeiter:innen gründeten eine betriebliche Gruppe in Verbindung mit der anarchosyndikalistischen Basisgewerkschaft FAU und fordern eine fairere Behandlung sowie höhere Sicherheitsstandards.
Vojta C., ein Bühnenarbeiter des Unternehmens, war zunächst über einen Minijob beschäftigt, sah sich jedoch nach Beschwerden über ausstehende Löhne mit drastisch gekürzten Schichten konfrontiert. Ein weiterer Kollege, German Garcia, hatte ähnliche Probleme: Sein befristeter Vertrag garantierte weder feste Arbeitszeiten noch Sozialversicherungsschutz, und für ausgefallene Schichten erhielt er kein Krankengeld.
Die FAU unterstützte die Beschäftigten und ließ die Arbeitsverträge von 36 Stage XL rechtlich prüfen. Viele Mitarbeiter:innen berichteten, sie müssten ihre Schutzkleidung selbst kaufen – oft greifen sie dabei aus Kostengründen zu billiger, minderwertiger Ausrüstung. Andere hätten schwere Geräte ohne ausreichende Einweisung oder Sicherheitsunterweisungen bedient.
Als Reaktion startete die FAU die Website "Stage Workers United", die Informationen zu Arbeitssicherheit, deutschem Arbeitsrecht sowie Beratung bei Belästigung und Diskriminierung bietet. Die Gewerkschaft wertet die Kampagne als Erfolg, da sie die Öffentlichkeit für Ausbeutung in der Veranstaltungsbranche sensibilisiert habe.
Durch die rechtliche Auseinandersetzung und die öffentliche Kampagne der FAU rücken die prekären Verhältnisse bei 36 Stage XL zunehmend in den Fokus. Die Beschäftigten kämpfen weiter für bessere Verträge, faire Bezahlung und sichere Arbeitsbedingungen. Das Ergebnis der rechtlichen Prüfung könnte Präzedenzfall für ähnliche Konflikte in der Branche werden.






