11 February 2026, 04:10

Zwei tödliche Angriffe auf Bahnmitarbeiter erschüttern Deutschland in einer Woche

Ein altes Buch mit einer Zeichnung einer aufgeregten Menge an einem Bahnhof von 1900, umgeben von einem Photo-Rahmen, mit der Aufschrift 'Straßenbild im Jahre 1900' auf der Seite.

Zwei tödliche Angriffe auf Bahnmitarbeiter erschüttern Deutschland in einer Woche

Zwei brutale Angriffe auf Bahnmitarbeiter haben Deutschland innerhalb einer Woche erschüttert. Bei zwei getrennten Vorfällen wurden Schaffner von Fahrgästen, die sich weigerten, ihr Ticket zu bezahlen, angegriffen – einer davon mit tödlichem Ausgang. Die Vorfälle ereignen sich zu einem Zeitpunkt, an dem offizielle Statistiken einen drastischen Anstieg von Bedrohungen und körperlicher Gewalt gegen Mitarbeiter der Deutschen Bahn zeigen.

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Der jüngste Angriff ereignete sich in der Nähe von Landstuhl in Rheinland-Pfalz, wo ein Fahrkartenkontrolleur seinen Verletzungen erlag. Nur wenige Tage zuvor war ein weiterer Schaffner in einem Zug zwischen Stuttgart und Crailsheim angegriffen worden.

Der erste Vorfall geschah in einem Regionalzug auf der Strecke von Stuttgart nach Crailsheim. Ein 21-jähriger Fahrgast, der ohne gültiges Ticket zugestiegen war, spuckte den 42-jährigen Schaffner an und schlug ihn anschließend mit einer Flasche. Der Angreifer, der makedonischer Herkunft ist, aber die pakistanische Staatsbürgerschaft besitzt, floh sofort vom Tatort. Der Schaffner erstattete am folgenden Tag Anzeige bei der Polizei.

Nur wenige Tage später endete ein zweiter Angriff tödlich. Serkan Çalar, ein 36-jähriger Fahrkartenkontrolleur türkischer Abstammung, kontrollierte in einem Zug bei Landstuhl die Tickets, als ein Fahrgast ohne gültige Fahrkarte ihn angriff. Der 26-jährige Verdächtige, ein griechischer Staatsbürger ohne festen Wohnsitz, schlug Çalar wiederholt auf den Kopf. Das Opfer erlitt eine Hirnblutung und starb später im Krankenhaus. Als Çalars Vater von der Nachricht erfuhr, erlitt er einen Herzinfarkt und musste notfallmäßig ins Krankenhaus gebracht werden. Die Polizei hat den Verdächtigen inzwischen in Gewahrsam genommen.

Diese Angriffe sind Teil eines besorgniserregenden Trends. Von Januar bis Ende Oktober 2025 verzeichnete die Deutsche Bahn 2.987 Vorfälle von Bedrohungen oder Gewalt gegen Mitarbeiter. Davon waren 1.148 Bedrohungen, 1.231 Körperverletzungen und 324 schwere Körperverletzungen – im Schnitt fünf körperliche Angriffe pro Tag. Im Jahr 2024 wurden rund 3.150 Fälle gemeldet, wobei Medien von einem stetigen Anstieg in den letzten Jahren berichten. Die Deutsche Bahn hat für das Jahr 2025 bereits über 3.000 Angriffe bestätigt.

Die beiden jüngsten Übergriffe unterstreichen die wachsenden Risiken, denen Bahnmitarbeiter in ganz Deutschland ausgesetzt sind. Angesichts der jährlich steigenden Gewalt gegen Beschäftigte der Deutschen Bahn stehen Behörden und Verkehrsbetriebe nun unter Druck, die Sicherheitsbedenken zu adressieren. Der Verdächtige des Angriffs in Landstuhl bleibt in Untersuchungshaft, während die Ermittlungen zu beiden Vorfällen andauern.