Zu wenige deutsche Batterien: Schleswig-Holstein's Ministerpräsident kritisiert Autohersteller
Nina WalterZu wenige deutsche Batterien: Schleswig-Holstein's Ministerpräsident kritisiert Autohersteller
Zu wenige deutsche Batteriefabriken: Schleswig-Holsteins Ministerpräsident kritisiert Autohersteller
Ankündigung Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther übt scharfe Kritik am mangelnden Engagement der deutschen Automobilindustrie beim Aufbau von Batteriewerken.
- Dezember 2025, 08:11 Uhr
Das geplante Großprojekt des schwedischen Unternehmens Northvolt für eine Batteriefabrik in Heide ist gescheitert – und mit ihm 3.000 versprochene Arbeitsplätze. Nun verhandelt das US-Unternehmen Lyten über den Bau einer kleineren Produktionsstätte am selben Standort. Das Scheitern löst Kritik von Schleswig-Holsteins Ministerpräsidenten aus, der den deutschen Autobauern vorwirft, die heimische Batteriezellenproduktion zu vernachlässigen.
Trotz rund 600 Millionen Euro an Fördergeldern war das ehrgeizige Vorhaben von Northvolt in Heide nicht zu retten. Die staatliche KfW-Bankengruppe hatte die Mittel bereitgestellt, wobei Bund und Land jeweils die Hälfte der Summe garantierten. Davon blieben 264 Millionen Euro ungenutzt, während der Rest in Maschinen und Grundstückskäufe floss.
Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) kritisierte die deutschen Automobilhersteller scharf für ihr Desinteresse am Aufbau eigener Batteriefabriken in Deutschland. Ohne eine lokale Produktion drohe dem Standort Deutschland als Industrienation ein Reputationsverlust, warnte er. Zudem warf Günther Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) vor, Informationen über ein mögliches weiteres Batteriewerk im Kreis Dithmarschen zurückzuhalten – sogar mit der Androhung rechtlicher Schritte, um an die Details zu gelangen. Unterdessen berieten die Wirtschafts- und Finanzausschüsse des Landtages über eine Umwidmung der verbleibenden Fördergelder, um die noch aktive deutsche Northvolt-Tochter zu unterstützen. Nach dem Scheitern des Heide-Projekts suchen Politik und Verwaltung nun nach Alternativen; Lyten verhandelt derzeit mit Bund und Land über die Übernahme eines Teils des Geländes.
Das Debakel um die Northvolt-Fabrik offenbart Lücken in der deutschen Batteriestrategie. Während die Pläne für die kleinere Lyten-Produktion noch in der Schwebe hängen, könnten die verbleibenden 264 Millionen Euro eine Schlüsselrolle bei der Wiederbelebung des Standorts spielen. Günthers Warnungen unterstreichen die größeren Risiken, falls die heimischen Investitionen nicht bald steigen.
