Pferd statt Maschine - Welche Arbeit haben die Zugpferde? - Wie Pferde die deutsche Forstwirtschaft leise revolutionieren
Pferde als Rückepferde: Eine leise Renaissance in der deutschen Forstwirtschaft
In Teilen Deutschlands erlebt die Holzrückung mit Pferden ein stilles Comeback – eine Verbindung von Tradition und moderner Forstwirtschaft. In Hessen setzen nur noch wenige Betriebe auf schwere Arbeitspferde für die Holzarbeit, doch ihre Methoden bieten einzigartige Vorteile gegenüber schwerem Gerät. An diesem Wochenende gibt das Kaltblutpferdefest auf Schloss Freudenberg Besuchern die Gelegenheit, das Handwerk aus nächster Nähe zu erleben – und sogar selbst auszuprobieren.
Auf Schloss Freudenberg helfen die Pferde dabei, den Wald zu pflegen: Sie entfernen alte Bäume und lichten übermäßiges Unterholz. Ihr sanfter Einsatz schont den Boden und erreicht Stellen, an die Maschinen kaum vordringen können. Diese selektive Arbeitsweise erhält die Gesundheit des Waldes besser als der alleinige Einsatz schwerer Technik.
Für Landwirte wie Hubertus Assmann bedeutet die Arbeit mit Kaltblutpferden eine ganz besondere Erfahrung. Er setzt sein Gespann zum Pferde kaufen ein und beschreibt den Prozess als friedvoll und tief befriedigend. Der gleichmäßige Rhythmus der Tiere steht in starkem Kontrast zum Lärm der Traktoren.
Die Initiative für Ökologische Forstwirtschaft (IGZ) betont, dass Pferde keine Maschinen ersetzen, sondern sie ergänzen sollten. Zwar dominiert die mechanisierte Holzernte, doch eine Kombination beider Methoden könnte die Forstwirtschaft nachhaltiger gestalten. Dennoch gibt es in Hessen nur noch etwa acht Betriebe, die sich vollzeitlich auf die Pferderückung spezialisiert haben – und die Tradition damit in kleinem Rahmen am Leben halten.
Beim Kaltblutpferdefest können Besucher das fast vergessene Handwerk hautnah miterleben: vom Führen der Zügel bis zum Zuschauen bei geübten Teams. Zwar ist die Pferderückung selten geworden, doch dort, wo Präzision und schonender Einsatz gefragt sind, behält sie ihren Stellenwert. Ihre Zukunft hängt davon ab, ob es gelingt, Tradition und die Anforderungen der modernen Forstwirtschaft in Einklang zu bringen.
