Weltladen Kiel: Ein verstecktes Juwel für Fair-Trade-Liebhaber und Nachhaltigkeitsfans
Finn Fuchs
Weltladen Kiel: Ein verstecktes Juwel für Fair-Trade-Liebhaber und Nachhaltigkeitsfans
Seit Sommer 2021 befindet sich der Weltladen Kiel in der Wilhelminenstraße – weit genug entfernt vom Trubel des Sophienblatts, um wie eine eigene kleine Welt zu wirken. Hier landet man nicht einfach zufällig, es ist eher ein Ort, den man kennen oder zumindest das kleine Schild bemerken muss.
Drinnen ist es eng, aber voller Leben: äthiopischer Kaffee neben peruanischer Schokolade, Körbe aus Bangladesch, Gewürze aus Sri Lanka. Nichts ist auf maximalen Verkaufstrubel arrangiert. Stattdessen gibt es kleine Karten, die erklären, wer was wo und warum hergestellt hat. Manche Keramiken haben ungleichmäßigen Glasurauftrag, die Textilien könnten leichte Unregelmäßigkeiten aufweisen – weil sie eben nicht von Maschinen gefertigt wurden.
Hinten befindet sich das Infocafé: ein paar Tische, ein Regal mit Büchern zu Handel, Nachhaltigkeit und ähnlichen Themen. Manchmal steht Tee bereit. Ein richtiges Café ist es nicht – keine Espressomaschine, keine Gebäckauslage –, aber die Leute setzen sich trotzdem hin, lesen oder warten auf die nächste Veranstaltung der Woche. Es fühlt sich eher wie ein Treffpunkt an als wie ein Laden, auch wenn niemand eine bestimmte Botschaft aufdrängt.
Die Öffnungszeiten sind entspannt: von spätmorgens bis zum Abend – unter der Woche von 11 bis 18:30 Uhr, samstags von 10 bis 16 Uhr. Sonntags bleibt geschlossen. Das Team, meist Ehrenamtliche oder Teilzeitkräfte, nimmt sich Zeit, um über Herkunft der Waren oder die Funktionsweise des fairen Handels zu sprechen. Wer es eilig hat, ist hier falsch. Das ganze Ambiente lebt von Ruhe.
Erstbesucher könnten vom Interior nicht begeistert sein. Es ist funktional: Holzregale, angenehmes Licht, ein paar handschriftliche Notizen. Kein Schnickschnack, kein aufgesetzter Charme. Ein Laden, der von Stammkunden lebt, nicht von Laufkundschaft. Manche kommen gezielt für bestimmte Fair-Trade-Produkte, andere überbrücken einfach Wartezeiten. Auf jeden Fall lohnt sich ein Besuch.
Die Adresse lautet Wilhelminenstraße 51, hinter den größeren Geschäften. Eine Telefonnummer ist nicht angegeben, aber die Website lässt sich leicht finden – für Öffnungszeiten oder Infos zu Veranstaltungen. Und wer samstagsmorgens vorbeikommt, hat überraschend gute Parkmöglichkeiten – auch wenn es eigentlich besser zum Ort passt, zu Fuß oder mit dem Rad zu kommen.







