Weilheim protestiert massiv gegen geplantes AfD-Büro im alten Cinestar
Elias Hofmann"Kein Popcorn für Nazis" - Demonstration in Weilheim - Weilheim protestiert massiv gegen geplantes AfD-Büro im alten Cinestar
Tausende Demonstranten füllten am Samstag die Straßen von Weilheim, um gegen die rechtspopulistische AfD zu protestieren. Die Menschenmenge, auf etwa 4.000 Teilnehmer geschätzt, brachte den Marienplatz zeitweise zum Erliegen – schlicht wegen ihrer schieren Größe. Ihre Botschaft war unmissverständlich: Widerstand gegen die Pläne der AfD, in der Stadt ein neues Büro zu eröffnen.
Die Kundgebung wurde vom Bündnis "Wir in Weilheim" unter dem Motto "Demokratie braucht Mut. Jetzt!" organisiert. Die örtliche Polizei begleitete die Veranstaltung und sorgte trotz des großen Andrangs für einen geordneten Ablauf. Viele Protestierende trugen Plakate, die sich direkt gegen die Entscheidung der AfD richteten, in dem ehemaligen 'Cinestar' an der Hauptstraße ein Büro einzurichten.
Die AfD-Mitglieder Benjamin Nolte und Gerrit Huy hatten am 15. Januar die offizielle Nutzungsanmeldung für die Räumlichkeiten eingereicht. Nolte, der bei der Kommunalwahl am 8. März auch als Kandidat für das Amt des Landrats antritt, sieht sich zunehmend mit Widerstand konfrontiert. Weilheims Bürgermeister Markus Loth sprach zu den Demonstranten und warnte, der AfD-Veranstaltungsort werde "Unruhe und Verunsicherung" in die Gemeinde tragen.
Die politische Ausrichtung der Partei hat in der Region bereits für Spannungen gesorgt. In den vergangenen Jahren wurden AfD-Vertreter – darunter auch Bundestagskandidaten – von lokalen Initiativen ausgeschlossen, etwa von einer Diskussion im Januar 2025 im Wolfratshausener Badehaus zum Thema Extremismusbekämpfung. Ihre Abwesenheit unterstrich die wachsende Spaltung über die Präsenz der Partei in Weilheim und Umgebung.
Die Demonstration spiegelte die übergeordneten Sorgen über den Aufstieg des Rechtspopulismus wider. Die Protestierenden betonten, wie wichtig es sei, demokratische Werte gegen das zu verteidigen, was sie als Bedrohung für den lokalen Zusammenhalt wahrnehmen.
Die Kundgebung endete friedlich, doch die Debatte um das AfD-Büro bleibt ungelöst. Der Mietvertrag der Partei für das ehemalige 'Cinestar' besteht weiter, während oppositionelle Gruppen weiterhin Widerstand gegen ihre Ausbreitung ankündigen. Weilheim steht nun vor anhaltenden Diskussionen über politische Spaltung und die Sicherheit in der Gemeinde.
