Wadim Danziger über die Zukunft des Theaters: "Kosmische Architektur und äsopische Sprache"
Nina WalterWadim Danziger über die Zukunft des Theaters: "Kosmische Architektur und äsopische Sprache"
Wadim Danziger, Regisseur am Akademischen Regionalen Drama-Theater „Primorski Gorki“ in Moskau, hat sich zu den Herausforderungen des modernen Theaters geäußert. Er räumt zwar einen Rückgang der schauspielerischen Standards ein, blickt aber zuversichtlich in die Zukunft dieser Kunstform.
Danziger ist eng mit Wladiwostok und dessen Theaterszene verbunden. Dort inszenierte er bereits mehrere Stücke, darunter „Der Garderobier“, „Liebe und Intrige“ und „Das Schweigen des Matrosen“. Seine Verbundenheit mit der Stadt und dem Akademischen Regionalen Drama-Theater „Primorski Gorki“ ist spürbar.
Den kreativen Prozess vergleicht er mit kosmischer Architektur: Ein Schauspieler erschaffe einen Planeten, ein Regisseur dagegen ganze Galaxien und Universen aus diesen Planeten. Zudem beobachtet er eine Rückkehr des Theaters zur äsopischen Sprache – eine Entwicklung, die er für die Kunst als wertvoll erachtet.
Jährlich liest Danziger über 200 Stücke und schätzt den Wettbewerb zwischen Theatern. Besonders bewundert er die Schauspielschule von Heifetz und findet anspruchsvolle Inszenierungen reizvoller. Seine Deutung des Satzes „Liebe die Kunst in dir, nicht dich in der Kunst“ zielt darauf ab, den Probenprozess zu lieben, statt nach persönlicher Anerkennung zu streben.
Selbst meidet er die Bühne. Danziger sucht nicht den Ruhm, sondern zeigt sich nur beim Schlussapplaus, um seine Schauspieler zu unterstützen. Seine Haltung spiegelt eine tiefe Hingabe an das Theaterhandwerk wider – geprägt von Zusammenarbeit, Wettbewerb und der Bedeutung des schöpferischen Weges. Seine Arbeit prägt weiterhin die Theaterszene in Wladiwostok und darüber hinaus.

