VW plant radikale Kürzungen: Bis zu 100.000 Jobs und Werksschließungen drohen
Nina WalterVW plant radikale Kürzungen: Bis zu 100.000 Jobs und Werksschließungen drohen
Volkswagen bereitet sich auf massive Stellenstreichungen und Werksschließungen vor, um seine Zukunft zu sichern. Im Rahmen eines kontrollierten Abbaus könnten bis zu 100.000 Arbeitsplätze in Deutschland abgebaut werden. Die Arbeitnehmervertreter wurden bei der Entscheidung nicht einbezogen.
Der Aufsichtsrat wird am 9. Juli über die geplanten Kürzungen beraten. Vier Standorte, darunter die Werke in Hannover und Emden, könnten von Schließungen betroffen sein. Die Unternehmensführung hält diese Maßnahmen für unerlässlich, um das langfristige Überleben zu sichern.
Niedersachsen hält einen Anteil von 20,2 Prozent an Volkswagen und verfügt damit über eine Sperrminorität. Die SPD-Grünen-Koalition der Region kontrolliert den Aufsichtsrat, was drastische Kürzungen schwer durchsetzbar macht. Traditionell haben der links-grüne Block des Unternehmens und die Arbeitnehmervertreter hohe Löhne und eine große Belegschaft geschützt.
Analysten prognostizieren für das nächste Jahr einen Gewinn pro Aktie von 24,21 Euro. Die Aktie notiert derzeit bei 72,54 Euro, mit einem KGV von 3,7 für dieses Jahr und 3,0 für 2027. Anleger bewerten die Bewertung als ungewöhnlich niedrig.
Die geplanten Kürzungen und Schließungen zielen darauf ab, die Geschäfte von Volkswagen zu stabilisieren. Allerdings könnten politischer und gewerkschaftlicher Widerstand die Umsetzung verzögern oder verändern. Die finanzielle Perspektive des Konzerns bleibt dennoch solide, wobei die niedrigen Bewertungskennziffern das Interesse der Investoren wecken.
