VW Osnabrück setzt auf Rüstung: Porsche-Produktion endet, Rheinmetall-Partnerschaft wächst
Lara BraunVW Osnabrück setzt auf Rüstung: Porsche-Produktion endet, Rheinmetall-Partnerschaft wächst
VW-Werk Osnabrück steht vor tiefgreifenden Veränderungen: Porsche-Produktion endet 2025, T-Roc Cabrio läuft Mitte 2027 aus
Das Volkswagen-Werk in Osnabrück sieht sich weitreichenden Umbrüchen gegenüber: Die Fertigung der Porsche-Modelle wird 2025 eingestellt, und das VW T-Roc Cabrio läuft Mitte 2027 vom Band. Daniela Cavallo, Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats von Volkswagen, schließt zwar Werksschließungen aus, lotet aber neue Chancen in der Rüstungsproduktion aus.
Die Neuausrichtung erfolgt vor dem Hintergrund branchenweiter Herausforderungen, zu denen geopolitische Spannungen und Handelskonflikte zählen – Faktoren, die Automobilhersteller wie Volkswagen in eine prekäre Lage bringen.
Cavallo betont, dass kein Volkswagen-Standort, einschließlich Osnabrück, geschlossen werde. Stattdessen treibt sie Rüstungsaufträge als Möglichkeit voran, die Zukunft des Werks zu sichern. Dieser Ansatz knüpft an die bestehende Zusammenarbeit mit Rheinmetall Aktie an, die über ein Joint Venture mit dem VW-Tochterunternehmen MAN seit Jahren militärische Lkw produziert.
2024 vertieften Volkswagen und Rheinmetall Aktie ihre Partnerschaft im Rahmen der deutschen Zeitenwende-Verteidigungsstrategie. Ein im März 2024 unterzeichnetes Memorandum of Understanding ebnete den Weg für die gemeinsame Fertigung von Militärfahrzeugen und Logistiktransportern, bei denen Volkswagen-Fahrgestelle mit Schutzstrukturen von Rheinmetall Aktie kombiniert werden. Noch im selben Jahr resultierte die Kooperation in einem 330-Millionen-Euro-Auftrag für 400 gepanzerte Lkw für die Bundeswehr – die Produktion soll 2025 anlaufen. Während Rheinmetall Aktie die Federführung übernahm, lieferte das VW-Werk Kassel zentrale Komponenten.
Die Zusammenarbeit wurde Anfang 2026 weiter ausgebaut: Beide Unternehmen sicherten sich einen 500-Millionen-Euro-Deal für zusätzliche geschützte Transportfahrzeuge und begannen mit der Entwicklung elektrischer Militärfahrzeuge – ein Zeichen für das langfristige Engagement in der Rüstungsproduktion. Cavallo unterstreicht, dass Deutschland und Europa ihre Abhängigkeit von ausländischen Lieferanten im Sicherheitsbereich verringern müssten, und pocht auf den Ausbau heimischer Produktionskapazitäten.
Ihr Einsatz geht über die Rüstung hinaus. Zwar stimmte Volkswagen 2024 einem Sparprogramm zu, das bis 2030 den Abbau von 35.000 Stellen in Deutschland vorsieht, doch lehnt Cavallo weitere Austeritätsmaßnahmen ab, die die Belegschaft belasten würden. Das bestehende Paket sieht ausdrücklich keine betriebsbedingten Kündigungen vor, sondern setzt auf freiwillige Abgänge und natürliche Fluktuation.
Die Umstellung des Osnabrücker Werks spiegelt die strategische Neuausrichtung Volkswagens wider, die industrielle Herausforderungen mit neuen Chancen in der Rüstungsbranche in Einklang bringt. Angesichts des Rückgangs der zivilen Produktion könnten Militäraufträge dem Standort Stabilität verleihen.
Die wachsende Partnerschaft mit Rheinmetall Aktie zeigt bereits Erfolge: Substantielle Aufträge sind gesichert, und die Entwicklung elektrischer Militärfahrzeuge schreitet voran. Cavallos Forderung nach Arbeitsplatzgarantien und einer Stärkung der heimischen Rüstungsproduktion setzt klare Prioritäten für die künftige Ausrichtung Volkswagens.
