Vom Badehaus zum Jugendtreff: Das neue Leben des Alten Volksbads in Kiel
Lara Braun
Vom Badehaus zum Jugendtreff: Das neue Leben des Alten Volksbads in Kiel
Das Alte Volksbad liegt an der Turnstraße in Neumühlen-Dietrichsdorf, mit seinem roten Backstein und den Rundbogenfenstern, die heute etwas deplatziert wirken. Früher war es ein öffentliches Badehaus, doch das ist lange her. Heute betreibt der AWO-Kreisverband Kiel das Haus als Treffpunkt für Kinder und Nachbarn – ein Ort, um Hausaufgabenhilfe zu bekommen, Cosplay auszuprobieren oder einfach die Zeit nach der Schule totzuschlagen.
Drinnen fühlt es sich nicht wie eine konservierte historische Stätte an. Ab 14 Uhr an Wochentagen füllt sich der Raum mit Jugendlichen, die Spiele spielen, Musik machen oder einfach nur abhängen. Es gibt Sportangebote, besonders für Mädchen, dazu Workshops und Unterstützung bei den Schulaufgaben. Ältere Jugendliche können sogar Beratung für Bewerbungen erhalten – etwas, das nicht jede Familie hier ohne Weiteres organisieren kann.
Spannend ist die Mischung der Menschen. Bei Ferienveranstaltungen, Discos oder den immer größer werdenden Cosplay-Treffen trifft man auf Leute aus der Nachbarschaft. Keine Mitgliedsgebühren, keine echten Hürden. Die meisten Angebote sind kostenlos, was wohl erklärt, warum es hier immer lebhaft zugeht.
Für die Öffentlichkeit ist das Haus nur an wenigen Tagen in der Woche geöffnet – dienstags und donnerstags von 9 bis 16 Uhr, montags mit kürzeren Öffnungszeiten. Doch das Nachmittagsprogramm läuft täglich bis 20 Uhr. Es ist nicht der Typ Ort, in den man einfach so hineinspaziert, aber wer in der Nähe wohnt, kennt ihn wahrscheinlich.
Zu finden ist es in der Turnstraße 7, nicht weit vom Wasser entfernt. Die AWO wirbt nicht groß mit ihren Kontaktdaten, aber die Leute hier wissen, wo sie hinmüssen. In einem Viertel, das sich stark verändert hat, ist das Alte Volksbad einfach noch da – halb Jugendclub, halb Nachbarschaftstreff, in einem Gebäude, das älter ist als die meisten seiner Besucher.






